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Country-Star Ty Herndon Die größte Karriere-Hürde bleibt Homosexualität

Von ms - 27.03.2026 - 15:00 Uhr
Country-Star Ty Herndon
Foto: IMAGO / Avalon.red
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Der Country-Sänger Ty Herndon (63) hat in seiner neuen Autobiografie „What Mattered Most“ ausführlich über seine persönlichen und beruflichen Schwierigkeiten berichtet. In die Schlagzeilen weltweit geriet Herndon 1995 mit einer Nummer-1-Single und einem extrem erfolgreichen Album sowie seiner Festnahme im Juni des gleichen Jahres in Texas in einem Cruising-Park für homosexuelle Männer, bei dem er unter dem Einfluss von Methamphetamin in eine Falle der Polizei geraten war. 

Pornografie, Sexsucht und Drogen

„Die Drogen hätten vergeben werden können“, sagte Herndon jetzt in einem Interview. „Schwul zu sein, auf keinen Fall.“ Seine Plattenfirma unterstützte ihn damals öffentlich, machte ihn aber gleichzeitig zum Opfer der Drogenproblematik, um die Umstände des Vorfalls zu erklären. Erst knapp zwei Jahrzehnte später outete sich Herndon offiziell als schwul und wurde 2014 im People Magazin zum ersten großen männlichen Country-Star gekürt, der offen zu seiner Homosexualität stand.

In „What Mattered Most“ schildert Herndon zudem seine persönlichen Herausforderungen, darunter eine bipolare Störung, Dyslexie, ADHS, Zwangsstörungen, Pornografie- und Sexsucht sowie Drogenabhängigkeit. „Alles zusammen ergibt: ‚Du bist total verrückt!’“, sagt er. Trotz der Belastungen habe er immer an seinen Glauben festgehalten. Schon als Kind in einer Pfingstkirche in Alabama habe er Predigten gehört, die Homosexualität als „gottlose Krankheit“ bezeichneten.

Scham, Gemeinschaft und Verstecken

Herndon beschreibt zudem seine frühe künstlerische Entwicklung, die bereits als Teenager Auftritte in Nashville ermöglichte. Viele LGBTIQ+-Personen seien dort beschäftigt gewesen, wenn auch meist im Verborgenen. „Wir suchen nach einem Stamm, einer Familie. Diese Orte wirken oft wunderschön und liebevoll“, sagt er mit Blick auf die Community. Gleichzeitig habe die Diskrepanz zwischen offen gelebter Homophobie und seiner Identität zu Schamgefühlen und einem starken Bedürfnis nach Verstecken geführt.

Herndon berichtet außerdem von einem sexuellen Übergriff während einer Castingshow im Alter von 21 Jahren. Er habe lange Zeit unter Schuldgefühlen und der Geheimhaltung gelitten, während Gerüchte über seine Sexualität seine Karriere beeinflussten. „Es fühlte sich für mich wie ein Wunder an“, sagt er über die Unterstützung seiner Plattenfirma. Heute ist er trocken, glücklich verheiratet und engagiere sich für die Akzeptanz von LGBTIQ+-Künstlern. „Alles, was ich bin, ist wegen allem, was ich durchgemacht habe“, so Herndon. Über seine berüchtigte Verhaftung meint er heute: „Früher wollte ich, dass die Leute diese Geschichte vergessen. Jetzt will ich, dass sie sie kennen.“

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