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Appell für mehr Unterstützung Olivia Jones: Hetero wäre in Teenie-Zeit leichter gewesen

Von tb - 08.05.2026 - 10:30 Uhr
Olivia Jones: Hetero wäre in Teenie-Zeit leichter gewesen
Foto: © IMAGO / pictureteam
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Olivia Jones hat es mal wieder geschafft, die Bühne zum Beben und das Publikum zum Nachdenken zu bringen: Bei der OMR-Messe in Hamburg verriet Deutschlands berühmteste Dragqueen, dass sie sich als Jugendliche lieber eine andere sexuelle Orientierung ausgesucht hätte – einfach, weil der heterosexuelle Weg weniger Steine bereithält. Mit entwaffnender Ehrlichkeit sprach sie darüber, wie schwer es einst für sie war, in der niedersächsischen Kleinstadt Springe ihren Platz zu finden.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Olivia Jones trat offen über ihre schwierige Jugend und ihre sexuelle Identität bei der OMR-Messe in Hamburg auf.
  • Die Dragqueen betonte, dass sie sich als Jugendliche statt Homosexualität den „einfacheren Weg” Heterosexualität gewünscht hätte.
  • Sie hob die Bedeutung von Unterstützung, Liebe und Sichtbarkeit für queere Jugendliche hervor.
  • Aktuell läuft das ZDF-Biopic „Olivia”, das die Lebensgeschichte von Olivia Jones beleuchtet.

 

„Der einfache Weg war nicht für mich gemacht“

Olivia Jones, bürgerlich Oliver Knöbel, erklärte im Gespräch mit Moderatorin Janin Ullmann, dass sie sich ihre Homosexualität nicht ausgesucht habe: „Das, was ich bin, ist eine Veranlagung. Ich bin anders, versuche aber, das Beste daraus zu machen.” Während viele heute auf Instagram ihr queeres Leben teilen oder Vorbilder finden können, herrschte in Springe für den jungen Oliver gähnende Leere im Vorbild-Regal. Die Folge? Einsamkeit und das bedrückende Gefühl, nirgends dazuzugehören.

Gerade heute, wo laut Jones Gewalt gegen Schwule wieder zunimmt, sieht sie Eltern in der Pflicht, ihre Kinder zu stützen. Ihr Appell ist deutlich: „Man braucht einfach Unterstützung und Liebe. Ich hoffe, das gibt vielen Eltern einen Denkanstoß.” Dabei merkt sie an, dass Hass im Internet zwar lauter, aber auch anonymer geworden sei. Während früher auf dem Schulhof getuschelt wurde, wird heute getippt und gepostet – was aber auch neue Möglichkeiten für Queere bietet, sich zu vernetzen.

 

Aus der Einsamkeit ins Rampenlicht

Jones spricht offen über dunkle Stunden und hebt hervor, wie wenig Vorbilder queeren Jugendlichen in den 1980er Jahren zur Verfügung standen. „Ich hätte mir als Jugendlicher Instagram gewünscht”, gesteht sie – und das kann wohl jeder nachvollziehen, der im Netz einen Safe Space gefunden hat. In Interviews berichtete sie sogar, zeitweise Suizidgedanken gehabt zu haben. Die neue Sichtbarkeit, die Social Media heute ermöglicht, sieht sie dennoch als Chance – und zelebriert inzwischen den „Rückenwind” durch Hate-Kommentare als Zeichen dafür, wirklich etwas zu bewegen.

Derzeit läuft im ZDF die Filmbiografie „Olivia”, die Jones’ steinigen Weg vom Außenseiter zum Bühnenstar nachzeichnet. Die Produktion eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf die Drag-Ikone, sondern setzt sich explizit mit den Herausforderungen und Erfolgen queerer Menschen auseinander.

„Wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich, wie wahrscheinlich jeder andere Jugendliche auch, hetero gewählt. Weil das der einfachere Weg ist“, so Olivia Jones.

 

Glamour trifft gesellschaftliche Verantwortung

Trotz Pailletten, Tamtam und Paradewagen bleibt Olivia Jones eine Stimme für queere Sichtbarkeit in Deutschland. Ihr jüngster Auftritt zeigt: Auch Ikonen sind nicht davor gefeit, sich manchmal den bequemen Weg zu wünschen. Doch genau diese Ehrlichkeit macht sie so wichtig für eine bunte, unterstützende Community. Das ZDF-Biopic dürfte weiteren Rückenwind für Akzeptanz und Empowerment liefern.

Die große Frage bleibt: Werden Eltern, Schulen und Gesellschaft den Appell von Olivia Jones erhören – oder bleibt der einfachere Weg weiterhin eine Wunschvorstellung für zu viele queere Jugendliche?

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