Fotos aus der Jugend von Hollywoodstar Tom Cruise (64) beschäftigen derzeit erneut zahlreiche Nutzer sozialer Netzwerke. Die Aufnahmen stammen offenbar aus den frühen 1980er-Jahren und zeigen den späteren Schauspieler in eng anliegenden kurzen Hosen. Besonders die Behauptung, die Bilder seien einst in einem amerikanischen Schwulenmagazin erschienen, sorgt für viel Aufmerksamkeit.
Das Wichtigste im Überblick
- Aufnahmen aus den 1980er-Jahren: Fotos des damals etwa 19-jährigen Tom Cruise kursieren erneut im Internet. Sie zeigen den späteren Hollywoodstar in engen Shorts.
- Verbindung zu einem Schwulenmagazin: Die Bilder sollen ursprünglich in der amerikanischen Zeitschrift „Parlée“ veröffentlicht worden sein. Die genaue Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte ist nicht vollständig geklärt.
- Seit Jahren wird behauptet, Cruise habe versucht, die Verbreitung der Aufnahmen zu verhindern. Dokumentierte Belege dafür gibt es nicht.
- Über Instagram und X gelangten die Bilder jetzt erneut in Umlauf. Anfang Oktober erreichten entsprechende Beiträge Hunderttausende Nutzer.
Tom Cruise im Jahr 1981
Bereits vor rund 25 Jahren waren die Fotografien Gegenstand von Boulevardberichten. Nun werden sie auf Instagram, X und anderen Plattformen wieder verbreitet. Dabei tauchen auch ältere Gerüchte auf, wonach Cruise die Veröffentlichung oder weitere Verbreitung der Bilder habe verhindern wollen. Für diese Behauptung gibt es bis heute jedoch keine belastbaren Belege. Auch die Frage, unter welchen Umständen die Fotos entstanden und ob Cruise wusste, für welche Veröffentlichung sie bestimmt waren, bleibt offen.
Als die Fotos vermutlich 1981 in New York entstanden, war Tom Cruise noch weitgehend unbekannt. Der damals 19-Jährige versuchte, sich als Schauspieler zu etablieren, und hielt sich mit kleineren Tätigkeiten über Wasser. Seine ersten Schritte vor der Kamera hatte er bereits gemacht. In Franco Zeffirellis Liebesdrama „Endlose Liebe“ übernahm er eine kleine Rolle. Im Dezember 1981 kam außerdem der Film „Taps“ in die amerikanischen Kinos, in dem Cruise ebenfalls mitspielte. Der internationale Durchbruch gelang ihm erst zwei Jahre später mit „Lockere Geschäfte“ („Risky Business“, 1983). Aus dieser frühen Karrierephase sollen auch die nun diskutierten Aufnahmen stammen. Sie zeigen einen jungen Schauspieler, der für die Kamera posiert und lächelt.
Fotos in Schwulenmagazin
Die internationale Presse vertritt dabei die Auffassung, dass die Bilder echt sind und nicht nachträglich mithilfe generativer künstlicher Intelligenz hergestellt wurden. Wer die Aufnahmen anfertigte, wie das Fotoshooting zustande kam und welche Vereinbarungen über die Verwendung der Bilder getroffen wurden, lässt sich allerdings nicht mehr abschließend feststellen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die amerikanische Zeitschrift „Parlée“. Das Magazin wurde in den 1970er-Jahren auf Long Island gegründet und richtete sich an schwule Männer. Nach den kursierenden Darstellungen sollen die Jugendfotos von Cruise dort veröffentlicht worden sein.
Die Zeitschrift war damals nicht ausschließlich mit unbekannten Models verbunden. Auch Richard Gere, der 1980 mit „American Gigolo“ große Bekanntheit erlangt hatte, war bereits auf einem ihrer Titelbilder zu sehen gewesen. Die Veröffentlichung eines Fotos in einem Schwulenmagazin lässt grundsätzlich daher keinen Rückschluss auf die sexuelle Orientierung der abgebildeten Person zu. „Parlée“ wies sogar selbst ausdrücklich auf diesen Umstand hin. Im Impressum sei dabei festgehalten worden, dass die Nennung eines Namens oder die Veröffentlichung eines Fotos nichts über die sexuelle Orientierung des betreffenden Menschen aussage. Ob Cruise zum Zeitpunkt der Aufnahmen wusste, dass die Bilder möglicherweise für ein solches Magazin bestimmt waren, ist ebenso nicht bekannt.
Bilder verschwanden über Jahre
Während Cruise in den folgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods aufstieg, gerieten die frühen Aufnahmen weitgehend in Vergessenheit. 1986 spielte er in „Top Gun“ und „Die Farbe des Geldes“. Zwei Jahre später folgte „Rain Man“. Ende der 1990er-Jahre war Cruise auch in anspruchsvollen Filmproduktionen zu sehen. Dazu gehörten „Magnolia“ aus dem Jahr 1999 und Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“, der ebenfalls 1999 erschien, danach folgte seine Mission Impossible-Kinofilmreihe. Die Jugendfotos spielten während dieser Karrierephase öffentlich kaum eine Rolle. Erst 2001 griff das amerikanische Boulevardblatt National Enquirer die Aufnahmen wieder auf und veröffentlichte einen zweiseitigen Bericht. Zu diesem Zeitpunkt stand Cruise auch wegen seines Privatlebens im Mittelpunkt der Berichterstattung. Im selben Jahr wurde seine Ehe mit der Schauspielerin Nicole Kidman geschieden.
Gerüchte über Sexleben
Parallel zur erneuten Veröffentlichung der Fotos ging Cruise juristisch gegen Behauptungen über sein Sexualleben vor. 2001 reichte er eine Klage über 100 Millionen US-Dollar gegen einen Pornodarsteller ein, der behauptet hatte, eine sexuelle Beziehung mit dem Schauspieler gehabt zu haben. Eine weitere Klage in derselben Höhe richtete sich gegen einen Verleger, der angab, über ein entsprechendes Video zu verfügen. Die Existenz eines solchen Videos wurde später nicht bestätigt. Später räumten beide Seiten ein, dass es nicht existierte. Der Pornodarsteller wurde zwei Jahre später zur Zahlung von zehn Millionen Dollar verurteilt. Diese juristischen Auseinandersetzungen stehen allerdings nicht für einen Nachweis, dass Cruise auch gegen die Veröffentlichung seiner Jugendfotos vorgegangen wäre.
Gerade diese Unterscheidung geht in zahlreichen Beiträgen in sozialen Netzwerken verloren. Immer wieder wird behauptet, Cruise habe versucht, Exemplare der betreffenden „Parlée“-Ausgabe aus dem Verkehr zu ziehen oder die Verbreitung der Fotografien zu stoppen. Beweise dafür gibt es nicht. Auch der Bericht des National Enquirer aus dem Jahr 2001 liefert keine Grundlage für die Behauptung eines gezielten Vertuschungsversuchs. Das Boulevardblatt habe vielmehr selbst die Möglichkeit angesprochen, dass Cruise als 18- oder 19-Jähriger gar nicht wusste, wo seine Fotos später erscheinen würden. Die tatsächlichen Hintergründe des Fotoshootings bleiben damit weiter ungeklärt. Fest steht lediglich, dass die Bilder existieren und seit vielen Jahren immer wieder öffentlich auftauchen.