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65 Jahre Jimmy Somerville Rückblick auf Karriere und Aktivismus

Von ms - 23.06.2026 - 14:00 Uhr
Jimmy Somerville wird 65 Jahre alt
Foto: IMAGO / Capital Pictures
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Jimmy Somerville zählt zu den markantesten Stimmen der Popmusik der 1980er Jahre. Bekannt wurde er vor allem durch seine Falsettstimme, die Songs wie „Smalltown Boy“, „Why?“ und „Don't Leave Me This Way“ zu internationalen Erfolgen machte. Anfang der Woche feierte der schottische Sänger jetzt seinen 65. Geburtstag. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Jimmy Somerville wurde am 22. Juni 65 Jahre alt
  • Durch „Smalltown Boy“ und The Communards international bekannt geworden
  • Bis heute musikalisch aktiv und mit seinem Erbe präsent
  • Früher Kampf mit Suchtproblemen, später Comeback 2015
  • Eng verbunden mit LGBTIQ+-Aktivismus und politischer Musik
  • Bis heute vereinzelt Auftritte mit 80er-Hits

Noch immer aktiv und dabei

Auch wenn seine größten Charterfolge Jahrzehnte zurückliegen und sein bislang letztes Studioalbum „Homage“ aus dem Jahr 2015 stammt, ist Somerville weiterhin präsent. Rückzüge aus der Öffentlichkeit haben ihn nicht dauerhaft aus der Musikwelt verschwinden lassen. Vielmehr beschäftigt er sich zunehmend mit der Pflege seines musikalischen Werks und veröffentlicht ältere Alben in überarbeiteten Fassungen neu. Parallel dazu läuft in Großbritannien die Show „The Age of Consent“, in der das Bronski-Beat-Album mit queeren und trans* Künstlern neu interpretiert wird. Aktuell lebt Somerville zwischen London und Brighton. Auf seinen Social-Media-Kanälen präsentiert er sich nicht als nostalgischer Rückblick auf frühere Erfolge, sondern positioniert sich auch politisch. In einem Beitrag schrieb er: „Ich bin ein stolzer woke Anti-Faschist! Jimmy x.“

Schüchterner Junge in London

Seine musikalische Laufbahn begann unter schwierigen Bedingungen. Geboren wurde er 1961 im schottischen Glasgow in einfachen Verhältnissen. Sein Vater starb früh, die Jugend im Arbeitermilieu war geprägt von sozialen Spannungen. Mit 17 Jahren zog er nach London. „Ich war ein junger schwuler Mann, der ein bisschen verloren war“, sagte er dem Independent. „Es war ich gegen den Rest der Welt.“ Die ersten Jahre in London waren von Unsicherheit geprägt, verschiedenen Gelegenheitsjobs und finanziellen Schwierigkeiten. Erst durch Zufall kam der Kontakt zur Musikszene zustande. In einer Künstlerkommune fiel seine Stimme erstmals positiv auf. Über diesen Weg lernte er später Steve Bronski und Larry Steinbachek kennen, mit denen er Bronski Beat gründete. 1984 erschien mit „Smalltown Boy“ der internationale Durchbruch. Der Song schildert autobiografisch die Erfahrungen eines jungen homosexuellen Mannes, der Diskriminierung und Gewalt erlebt und seine Heimat verlässt. Der Titel erreichte Platz drei der britischen Charts. Somerville sagte rückblickend: „Komischerweise würde ich sogar sagen, dass mir meine politischen Anliegen damals wichtiger waren als die Musik.“

Langer Weg zur Freiheit 

1986 folgte mit The Communards ein weiterer großer Erfolg. Die Coverversion von „Don't Leave Me This Way“ wurde ein weltweiter Hit und hielt sich vier Wochen auf Platz eins der britischen Charts. Elton John lobte die Band mit den Worten: „Technisch und musikalisch sind sie die beste Band der Gegenwart, zusammen mit Dire Straits.“ Neben der Musik engagierte sich Somerville früh politisch und gesellschaftlich, insbesondere im Kampf gegen AIDS. 1987 starb sein enger Freund Mark Ashton, was ihn stark prägte. Ihm widmete er den Song „For a Friend“. Musik und Aktivismus blieben für ihn eng miteinander verbunden.

Nach der Auflösung der Communards im Jahr 1988 geriet Somerville in eine schwierige Phase. Er sprach später offen über Selbstzerstörung und Alkoholprobleme, betonte jedoch, dass seine Stimme darunter nicht gelitten habe. „Ich durchlebte einen sehr intensiven Prozess der Selbstzerstörung“, sagte er rückblickend. Spätere Soloarbeiten erschienen nur sporadisch. Erst 2015 meldete er sich mit dem Album „Homage“ eindrucksvoll zurück. Dieses sei für ihn auch persönlich ein Wendepunkt gewesen. „In den letzten Jahren war ich in Entzug und bin nun geheilt. Ich fühle mich zum ersten Mal frei“, sagte er damals. „Es ist meine erste Platte, die ich mir von A bis Z anhören kann.“

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