Liminalities 2026 Performing Arts Festival on trans* Visibility in Hamburg
Vom 23. bis 26. April 2026 findet auf Kampnagel in Hamburg erneut das Festival Liminalities statt. Das internationale, interdisziplinäre Performing Arts Festival on trans* Visibility wurde 2025 gegründet und geht nun in sein zweites Jahr.
Reaktion auf politische Gegenwart
Liminalities reagiert auf eine politische Gegenwart, die von einem globalen Rechtsruck geprägt ist. Nationalismus, patriarchale Strukturen und die Vorstellung einer „natürlichen Ordnung“ gewinnen an Einfluss. Gleichzeitig werden trans* Personen verstärkt Ziel autoritärer Angriffe, da ihre Existenz die binäre Geschlechterordnung überschreitet und damit gesellschaftliche Konstruktionen sichtbar macht. Auch in Deutschland sind diese Entwicklungen spürbar: Angriffe auf das Selbstbestimmungsgesetz, Kampagnen gegen gendergerechte Sprache und Forderungen nach trans* Registern werden als demokratische Warnsignale verstanden, insbesondere im historischen Kontext. Vor diesem Hintergrund erklärt Liminalities den Schutz queerer Rechte und trans* Sichtbarkeit zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.
Das Festival versammelt ein handverlesenes Programm mit internationalen Arbeiten aus Performance, Theater und Bildender Kunst. Im Zentrum stehen trans* Leben in Vergangenheit, Gegenwart und potenzieller Zukunft. Präsentiert werden Performances, Diskursformate, Workshops und Clubformate von trans* und nicht-binären Künstler*innen und Aktivist*innen, die ihre Kämpfe um Sichtbarkeit und Anerkennung ins Zentrum rücken. Zu den Eingeladenen zählen unter anderem Simone Aughterlony aus Zürich, Ocean Stefan aus Margate, Emma Frankland aus Birmingham und Cassils aus New York City. Ihre Arbeiten thematisieren trans* Erfahrungen, schreiben kulturelle Perspektiven in die Geschichte ein und eröffnen Räume für gemeinsame Erfahrung, Solidarisierung und Entfaltung.
Besondere Clubformate
Ein zentraler Bestandteil des Festivals sind zudem die Clubformate. Für extatische Clubnächte verbindet sich Liminalities erneut mit demtrans* Musikfestival TRANSTRONICA unter der Kuration von Saeleen Bouvar. Diese Zusammenarbeit schafft eine Verbindung von Performancekunst und Musik und erweitert das Festival um eine kollektive, körperliche Erfahrung. Als Nachklang präsentiert die Reihe LIMINALITIES ALLIES den Film „Playing with Fire – An Ecosexual Emergency“ von Beth Stephens und Annie Sprinkle. Damit wird das Festival um eine filmische Perspektive ergänzt, die ökosexuelle Fragestellungen mit queeren Diskursen verbindet.
Mit seinem Programm schafft Liminalities Räume, in denen die Welt als veränderbar erfahrbar wird. Das Festival versteht sich als Plattform, die künstlerische Positionen sichtbar macht und gleichzeitig eine Antwort auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen formuliert. Es lädt dazu ein, trans* Perspektiven nicht nur wahrzunehmen, sondern als Teil einer gemeinsamen, demokratischen Verantwortung zu begreifen.