Twitch-Video gelöscht Jens Spahn stellt Strafanzeige gegen Rapper Ski Aggu
Jens Spahn, CDU-Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Bundesgesundheitsminister, hat Strafanzeige gegen den Rapper Ski Aggu gestellt. Hintergrund sind öffentlich erhobene Behauptungen zum angeblichen Drogenkonsum Spahns auf einer privaten Feier, die Ski Aggu im August 2026 während eines Livestreams verbreitete. Da das Video viral ging und unbewiesene Anschuldigungen enthielt, sieht Spahn eine Grenze überschritten und macht von juristischen Mitteln Gebrauch. Ski Aggu räumte mittlerweile ein, die Geschichte sei erfunden und habe lediglich Unterhaltungszwecken gedient.
Das Wichtigste im Überblick
- Jens Spahn hat Strafanzeige gegen Ski Aggu wegen Verleumdung eingereicht.
- Der Rapper hatte in einem Livestream Drogenmissbrauch durch Spahn behauptet.
- Das betreffende Video verbreitete sich schnell online, wurde aber bald gelöscht.
- Die Anwälte Spahns mahnten die Videoersteller zusätzlich ab.
- Behörden ermitteln auch wegen Hausfriedensbruch im Zusammenhang mit dem Livestream.
Strafanzeige nach öffentlichem Vorwurf
Ski Aggu hatte am 18. August in der "Almani Show", einer Livestream-Sendung auf der Plattform Twitch, behauptet, Spahn und dessen Ehemann hätten auf einer sogenannten "Chemparty" illegale Substanzen konsumiert. Die Aussagen bezogen sich auf ein privates Treffen in Berlin, bei dem angeblich Drogen genommen wurden. Das Video mit diesen Behauptungen verbreitete sich in sozialen Netzwerken rasch und löste eine breite Debatte aus.
Spahn wies alle Behauptungen zurück und ließ über einen Anwalt auch die Ersteller des Videos förmlich abmahnen. "Die Inhalte des Videos sind frei erfunden und erlogen", ließ sein Büro laut Stern erklären. Die Ersteller der Sendung entfernten das Video nach kurzer Zeit wieder aus dem Netz.
Livestream zog rechtliche und polizeiliche Folgen nach sich
Neben Spahns Anzeige wegen Verleumdung beschäftigt der Vorfall auch die Berliner Polizei und die Verkehrsbetriebe. Der Livestream aus dem U-Bahnhof Tempelhof am späten Abend war nicht ordnungsgemäß angemeldet worden. Sicherheitsdienste und Polizei beendeten den Dreh und verwiesen die Beteiligten aus dem Bahnhof. Die Behörden prüfen deshalb nach eigenen Angaben zusätzlich den Verdacht auf Hausfriedensbruch gegen die Produzenten des Livestream-Formats.
Gleichzeitig räumte der Rapper nach öffentlichem Druck ein, die Geschichte sei erfunden und habe lediglich Unterhaltungszwecken gedient. Dennoch wurde die behauptete Teilnahme Spahns an einer "Chemparty" zur trending Diskussion und sorgte für zahlreiche Reaktionen im Netz. Der Begriff bezeichnet private Treffen mit verabredetem Konsum meist synthetischer Substanzen im Rahmen sexueller Kontakte.
Öffentliche Persönlichkeiten im Spannungsfeld von Social Media
Der Fall zeigt exemplarisch, wie öffentliche Personen im digitalen Zeitalter durch unbelegte Behauptungen massiven öffentlichen Druck erfahren können. Falschinformationen und Gerüchte verbreiten sich über virale Clips besonders schnell und lassen sich auch durch späte Klarstellungen oft nur schwer zurückholen. Spahns konsequentes Vorgehen spiegelt wider, dass sich öffentliche Mandatsträger zunehmend gegen rufschädigende Behauptungen zur Wehr setzen.
Das Strafverfahren gegen Ski Aggu und die Ermittlungen gegen die Livestream-Produzenten sind eingeleitet. Die Berliner Behörden bestätigten auf Nachfrage, dass sowohl die Anzeige Spahns als auch der mögliche Hausfriedensbruch unabhängig voneinander geprüft werden. Ein konkreter Termin für die weiteren Verfahrensschritte steht bislang noch aus.