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Appell an queere Sportler Olympiasieger Colin Jackson will Angst vorm Outing nehmen

Von ms - 11.03.2026 - 13:00 Uhr
Appell an homosexuelle Sportler
Foto: IMAGO / Future Image
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Der Olympiasieger und ehemalige Leichtathlet Colin Jackson hat andere LGBTIQ+-Sportler dazu ermutigt, keine Angst davor zu haben, ihre sexuelle Identität öffentlich zu machen. Jackson (59) gewann 1988 in Seoul Silber im 110-Meter-Hürdenlauf, holte Gold bei den Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart und 1999 in Sevilla sowie bei den Hallen-Weltmeisterschaften 1999. Zudem sicherte er sich zwischen 1989 und 2002 vier Titel bei Europa- und Hallen-Europameisterschaften.

Heimlichkeiten in der Jugend

Der Waliser outete sich 2017 öffentlich als schwul. Zuvor hatte er seine Sexualität nach der Veröffentlichung einer Boulevardgeschichte aus dem Jahr 2006 bestritten, in der ein Flugbegleiter behauptete, eine Affäre mit ihm gehabt zu haben. In einem Interview mit dem Irish Independent sprach Jackson nun während eines Besuchs am University College Dublin zum St.-David’s-Day über seine Erfahrungen als junger, schwuler Sportler und den Wunsch, sein Privatleben zunächst zu schützen. „Wenn man als junger Sportler startet, will man über seine Leichtathletik, seine sportlichen Fähigkeiten, seine Weltmeistertitel und Weltrekorde sprechen. Ich wollte den Leuten nicht erklären, was ich in meinem Schlafzimmer gemacht habe, weil man eine solche Frage einem heterosexuellen Sportler nicht stellt“, so Jackson. „Als ich jünger war, hatte ich daher kein Interesse daran, das an die Öffentlichkeit zu bringen, weil ich wirklich dachte, es geht sowieso niemanden etwas an.“

Appell zum Outing 

Heute rät Jackson jungen queeren Sportlern indes, keine Angst vor dem Coming-Out zu haben: „Plötzlich merkt man, dass man Teil dieser Gesellschaft ist. Und die Antwort lautet: Ja, du bist Teil dieser Gesellschaft“, sagte er. „Du kannst geben, du kannst träumen, und du kannst deinen Traum verwirklichen. Hab keine Angst nur wegen deiner Sexualität.“ Jackson sprach zudem über seine Erfahrungen mit Essstörungen und Körperschemastörungen während seiner Karriere. „Ich habe die anderen Athleten angeschaut und mich selbst und gedacht: ‚Ich sehe nicht aus wie diese anderen Athleten.‘ Dann beginnt man, diese Körperschemastörung zu entwickeln. Und wenn das passiert, ist man in großen Schwierigkeiten.“ Zuletzt hatte 2025 auch der britische Wasserspringer Tom Daley seine Essstörungen und seine verzerrte Körperwahrnehmung öffentlich gemacht. 

Besessen vom Sport 

Jackson betonte weiter, dass eine der „natürlichen Eigenschaften“, um Weltklasse-Athlet zu sein, Besessenheit sei. „Du musst besessen von dem sein, was du tust. Besessen vom Training, vom Schlafen. Alles richtig machen. Aber wenn man die Besessenheit übertreibt, wird es gefährlich. Und es beeinflusste viele Bereiche meines Lebens.“ Über seinen Aufenthalt in Irland sagte Jackson abschließend: „Ich war sehr froh, hierher zu kommen und den St.-David’s-Day zu feiern. Ich war seit dem Lockdown nicht mehr hier. Ich habe viel Zeit in Limerick verbracht, ich habe an der University of Limerick trainiert und mein Physiotherapeut war dort ansässig, daher ist es immer schön, zurückzukommen.“

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