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Doku über Guido Westerwelle Porträt über die einstmals schwule Leitfigur der FDP

Von ms - 03.02.2026 - 09:00 Uhr
Doku über Guido Westerwelle
Foto: IMAGO / CommonLens
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Das Erste zeigt am Montag, 9. März, um 22.50 Uhr den Dokumentarfilm „Westerwelle“, der sich mit dem politischen und privaten Leben des früheren FDP-Vorsitzenden, schwulen Vizekanzlers und Außenministers Guido Westerwelle (1961-2016) befasst. Regie führte Jobst Knigge.

Aufstieg und Fall der FDP

Der Film zeichnet den Werdegang eines Politikers nach, der über mehr als drei Jahrzehnte hinweg zu den prägenden, aber auch umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Politik gehörte. Westerwelle begleitete den Übergang von der Bonner zur Berliner Republik, galt als pointierter Redner und war maßgeblich am historischen Wahlerfolg der FDP im Jahr 2009 beteiligt. Zugleich thematisiert die Dokumentation den späteren politischen Bedeutungsverlust der Liberalen, den auch Westerwelle nicht mehr aufhalten konnte. Seine politische Stilistik sorgte wiederholt für Kontroversen, sowohl bei politischen Gegnern als auch innerhalb der eigenen Partei.

Fokus auf letzte Lebensjahre 

Einen besonderen Schwerpunkt legt der Film auf Westerwelles letzte Lebensjahre. 2015 machte er seine Leukämieerkrankung öffentlich und sprach über die tiefgreifenden Veränderungen, die diese Diagnose für sein Leben bedeutete. Für die Dokumentation kommen erstmals umfangreiche Tonaufnahmen zum Einsatz, in denen Westerwelle nach seiner Krebserkrankung über viele Stunden hinweg dem Autor Dominik Wichmann aus seinem Leben berichtete.

Ergänzt werden diese Aussagen durch Interviews mit Westerwelles Ehemann Michael Mronz sowie mit politischen Weggefährten, darunter Silvana Koch-Mehrin, Renate Künast, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Christian Lindner und Klaus Wowereit. Auch teils bislang unveröffentlichtes Archivmaterial ist Teil des Films. Die Dokumentation zeichnet das Bild eines Politikers, der als erster offen homosexueller Außenminister Deutschlands Geschichte schrieb, ohne seine sexuelle Orientierung zum politischen Thema zu machen.

Offener Umgang mit seiner Homosexualität

Bereits 1997 wurde er in der ersten Ausgabe des Nachschlagewerks Out! als schwul gelistet, ohne zu widersprechen. Ab 2003 lebte er mit dem Manager Michael Mronz in einer festen Beziehung, im September 2010 schloss das Paar in Bonn eine Lebenspartnerschaft. Sein „großes“ Coming-Out hatte er dann im Sommer 2004, als die BILD-Zeitung ihn gemeinsam mit seinem Partner bei der Feier zum 50. Geburtstag von Angela Merkel zeigte. Westerwelle war damit nach Klaus Wowereit (2001) und Ole von Beust (2003) der dritte Spitzenpolitiker Deutschlands, der offen zu seiner Homosexualität stand.  Am 18. März 2016 starb Westerwelle im Alter von 54 Jahren im Universitätsklinikum Köln an Komplikationen, die infolge der Knochenmarkstransplantation aufgetreten waren. 

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