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Tod eines schwulen Studenten Verhinderte Homophobie die Ermittlungeen in London?

Von ms - 30.01.2026 - 09:00 Uhr
Tod eines schwulen Studenten
Foto: Cornes Familie privat
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Die Londoner Metropolitan Police hat Fehler bei den Ermittlungen zum Tod des 19-jährigen Studenten Ed Cornes eingeräumt und sich bei dessen Familie entschuldigt. Zugleich fordert die Familie eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Vorwürfe gegen die Polizei 

Der schwule Student war im Oktober 2021 tot im Untergeschoss eines Hotels im Zentrum Londons aufgefunden worden, nur zwei Tage nachdem er sein Elternhaus verlassen hatte, um sein Studium zu beginnen. Vier Jahre nach seinem Tod erklärt die Familie nun, es gebe weiterhin viele offene Fragen und kein Vertrauen in die damaligen Ermittlungen.

In einer Stellungnahme beteuerte Commander Stephen Clayman von der Metropolitan Police: „Es ist schwer zu hören, dass die Handhabung unserer Ermittlungen zum Tod von Edward den Schmerz der Familie noch vergrößert hat.“ Nach Angaben Claymans schlossen die umfangreichen Ermittlungen eine Beteiligung Dritter aus; diese Einschätzung sei später auch bei der gerichtlichen Untersuchung bestätigt worden. „Aber wir akzeptieren, dass Aspekte der Art und Weise, wie der Fall bearbeitet wurde, nicht den hohen Standards entsprochen haben, die wir erwarten. Auch wenn dies das Ergebnis der Ermittlungen nicht beeinflusst hat, entschuldigen wir uns bei Edwards Familie und Freunden für den zusätzlichen Kummer, den dies verursacht hat“, so Clayman.

Homophobe Ermittler 

Die Entschuldigung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik der Familie. Diese wirft der Polizei vor, die Umstände des Todes nicht ausreichend geprüft zu haben und von homophoben Annahmen beeinflusst worden zu sein. Ursprünglich war der Fall als mögliches Tötungsdelikt eingestuft worden, neun Tage später wurde er zu einem ungeklärten Todesfall herabgestuft.

Cornes´ Mutter, Miriam Blythe, erklärte gegenüber ITV, die Ermittlungen seien weniger von Beweisen als von Annahmen über die Sexualität und den Lebensstil ihres Sohnes geprägt gewesen. „Sie haben sich darauf fixiert, dass er schwul war und ob er Drogen genommen hat – auf seinen Lebensstil und seine Sexualität“, sagte sie. Die Londoner Polizei steht nachweislich seit Jahren massiv in der Kritik, extrem homophob zu sein und Ermittlungsfälle mit schwulen Opfern immer wieder schlampig bearbeitet oder direkt missachtet zu haben. Trotz diverser Beteuerungen auf Besserungen und weitreichenden Untersuchungen scheint sich die Lage bisher nicht deutlich zum Positiven geändert zu haben.  

Todesfall oder Mord?

Berichten zufolge wurde bei Ed Cornes eine hohe Konzentrationen von GHB festgestellt. Die Substanz wird mit Chemsex in Verbindung gebracht, gilt aber auch als weit verbreitete K.-o.-Droge, speziell in London und der dortigen Schwulenszene. Zwei Männer, die Cornes in der Nacht seines Todes kennengelernt hatte, wurden zeitweise wegen Mordverdachts festgenommen, später jedoch ohne Anklage wieder freigelassen. Die Familie wirft den Ermittlern vor, nicht ausreichend geprüft zu haben, ob Cornes aufgrund seines Intoxikationsgrades in der Lage gewesen sei, der Einnahme von Drogen zuzustimmen.

Weitere Kritik richtet sich laut der Familie auf mutmaßliche Ermittlungsfehler, darunter der Verlust von Beweismaterial wie Videoaufnahmen aus Überwachungskameras und forensischen Proben sowie das Unterlassen von Befragungen wichtiger Zeugen. Miriam Blythe schilderte zudem die Umstände, unter denen sie vom Tod ihres Sohnes erfuhr: „Er kam am Montag dort an, und er war am Mittwochmorgen tot. Es klopfte an der Tür. Zwei Ermittler standen dort. Sie sagten, sie hätten meinen Sohn tot in einem Hotel im Stadtzentrum gefunden. Ich erinnere mich nur daran, wie ich einen Schrei ausgestoßen habe.“

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