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Offen schwuler Kanadier Eistänzer Paul Poirier: Queere Performance bei Olympia 2026

Von tb - 27.01.2026 - 14:00 Uhr
Eistänzer Paul Poirier: Queere Performance bei Olympia 2026
Foto: © instagram.com/pauldpoirier
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Der 34-jährige Eiskunstläufer Paul Poirier möchte bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina nicht nur sportlich Geschichte schreiben. Gemeinsam mit seiner Partnerin Piper Gilles setzt der offen schwule Kanadier auf eine Performance, die durch Musik von RuPaul ein sichtbares Zeichen für Diversität im Spitzensport setzen soll. Nach zwei Vizeweltmeistertiteln im Eistanz steht Poirier 2026 vor der letzten Chance, sich erstmals olympisch zu dekorieren.

 

Olympia-Programm mit Statement

Poirier und Gilles konnten in der vergangenen Saison erneut mit innovativen Kür-Programmen überzeugen. Ihr jüngster Erfolg: Silber bei den Weltmeisterschaften, präsentiert mit einem Mix aus RuPauls „Supermodel“ sowie „I’m Too Sexy“ von Right Said Fred – eine bewusste Entscheidung, queere Kultur und Selbstbewusstsein auf das internationale Parkett zu bringen. Für Poirier steht fest: Sein künstlerischer Ausdruck dient nicht nur der Medaillenjagd, sondern auch der Repräsentation und Sichtbarkeit der LGBTIQ+-Community im Sport.

2021 machte Poirier seine Homosexualität öffentlich. Ziel war es, die eigene Sichtbarkeit vorab der Winterspiele zu erhöhen und jüngeren trans* und queeren Athletinnen und Athleten Mut zu machen. Heute betont er, wie stark das eigene Empowerment den sportlichen Werdegang positiv beeinflusst hat. Inzwischen verlobt mit seinem langjährigen Freund Kevin, bewirbt Poirier offene Lebensentwürfe im Leistungssport auch abseits der großen Arenen. Zitat: „Meine sexuelle Identität hat entscheidend dazu beigetragen, dass ich heute als Mensch und Athlet authentisch auftreten kann.“

Mailand und Cortina 2026 gelten schon jetzt als wichtige Bühne queer-sichtbarer Athletinnen und Athleten. Laut dem IOC sind mehr offene LGBTIQ+-Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet als je zuvor, darunter neben Poirier auch prominente Namen aus anderen Disziplinen. Die Integration von queerer Popkultur auf dem Eis sendet ein klares Signal – sowohl an das Publikum als auch an Verbände und Sponsorinnen und Sponsoren, die zunehmend Diversität als Wert erkennen.

Mit Poirier könnte erstmals eine Eistanzmedaille unter einer explizit queeren Flagge stehen. Noch ist unklar, ob der gesellschaftliche Rückenwind reicht, um Homofeindlichkeit auch in weniger offenen Nationen aus den Sportarenen zu verdrängen. Sicher ist: Das italienische Olympiajahr 2026 wird Diversität noch stärker ins Rampenlicht rücken.

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