Direkt zum Inhalt
Kritik an Bayerns Regierung

Kritik an Bayerns Regierung LSVD+ Bayern fordert mehr Einsatz beim queeren Aktionsplan

ms - 22.01.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Nachdem gestern Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) den Beginn des Landesaktionsplans Queer verkündet hatte, meldet sich jetzt der LSVD+ Bayern zu Wort und übt mehrfach Kritik am Plan der bayerischen Regierung. 

Drei Projekte in Planung 

Scharf hatte erklärt, der Aktionsplan Queer setze ein „klares Zeichen für Vielfalt“. Zunächst wolle man dabei drei Modellprojekte angehen. So soll eine digitale Plattform für Arbeitgeber entstehen, auf der diese künftig Informationen und Handlungsleitfäden für die Einbindung von LGBTIQ+ in die Arbeitsfeld finden sollen. Zudem soll die Stadt Augsburg bei der Erarbeitung eines kommunalen Aktionsplans unterstützt werden. Und als dritter Punkt ist eine Veranstaltungsreihe geplant, dabei soll der gesellschaftliche Zusammenhalt gerade im ländlichen Raum gestärkt werden. 

Zu wenig für einen Aktionsplan

Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt in Bayern begrüßte zwar grundsätzlich, dass die Staatsregierung nach der Ankündigung vor rund drei Jahren nun den Aktionsplan endlich weiterverfolgt, stellte aber zugleich deutlich klar: „Einen beschlossenen Aktionsplan gibt es bislang nicht. Er ist weder verabschiedet noch liegt ein finaler Entwurf vor.“ Zudem stelle die Ankündigung mit drei Einzelprojekten und einer Förderung von gerade einmal 350.000 Euro keinen Aktionsplan dar. „Sie ersetzt weder eine strategische Gesamtplanung noch spiegelt sie die Breite der Forderungen wider, die von der queeren Community in den vergangenen Jahren erarbeitet wurden“, so der LSVD+ Bayern.

Dazu kommt: Nach wie vor ist die Höhe des Gesamtbudgets nicht geklärt, die Staatsregierung schweigt hier weiter. Auch ist ungewiss, wie eine landesweite Umsetzung tatsächlich gewährleistet werden soll. Markus Apel vom LSVD+ Bayern betonte dazu: „Drei geförderte Projekte sind kein Aktionsplan. Ein Aktionsplan braucht klare Ziele, Zuständigkeiten, Zeitpläne, ein transparentes Gesamtbudget und eine ernsthafte Verbändeanhörung.“

Forderung nach vollständigem Entwurf

Zudem bekräftigt Apel weiter: „Dass Bayern überhaupt auf dem Weg zu einem Aktionsplan ist, ist nicht zuletzt dem anhaltenden öffentlichen Druck der queeren Community und der Zivilgesellschaft geschuldet. Jetzt ist die Staatsregierung aufgefordert, zügig einen vollständigen Entwurf vorzulegen, Fachorganisationen noch einmal angemessen zu beteiligen, ihn zu beschließen und finanziell so auszustatten, dass er tatsächlich wirkt.“

An Informationen mangele es dabei nicht, bereits 2023 legten über 70 queere Organisationen in einem Maßnahmenkatalog umfassende Themenfelder, Bedarfe und Probleme in vielfältigen Bereichen wie Bildung, Prävention, Gesundheit, Antidiskriminierung, rechtlicher Schutz, Kulturförderung, Forschung und nachhaltige Absicherung queerer Strukturen vor. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wegen Hänseleien jetzt Hip-Hop

Lehrerin setzt sich für Schüler ein

Ein achtjähriger Junge verlässt in Italien seine Ballett- und Modern Dance-Kurse. Er wurde von Gleichaltrigen verspottet, weil er tanzt.
Landesweite Debatte in den USA

Donald Trump ordnete Entfernung an

Die Forderung nach der Rückkehr der Pride-Flagge am Stonewall-Denkmal entfacht eine US-Debatte über Sichtbarkeit und politische Einflussnahme.
Budapester Bürgermeister

Zeichen gegen queerfeindliche Politik

Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat den Budapester Amtskollegen Gergely Karácsony zum diesjährigen Christopher Street Day in Berlin eingeladen.
Hasskriminalität gegen LGBTIQ+

Stagnation 2025 auf hohem Niveau

Nach den vorläufigen Zahlen kam es 2025 zu über 2.000 Angriffen auf LGBTIQ+-Menschen, die Dunkelziffer dürfte um 90 Prozent höher liegen.
Erfolge bei Olympia

Gute Woche für LGBTIQ+-Athleten

Die erste Woche bei den Olympischen Winterspielen war für LGBTIQ+-Athleten sehr erfolgreich, bisher gab es fünf Medaillen, darunter vier Mal Gold.
Starker Anstieg von Homophobie

Viel Hass britischer Fußballfans

In Großbritannien haben die homophoben Übergriffe im Umfeld des Fußballs zuletzt massiv zugenommen, eine neue Kampagne soll jetzt Abhilfe schaffen.
Trauriges Jubiläum in Kamerun

10 Jahre homophobes Hass-Gesetz

Der verschärfte Strafartikel Artikel 347-1 schafft in Kamerun seit nunmehr zehn Jahren ein Klima der Angst vor Gewalt unter Schwulen und Lesben.
Überraschung bei Disney

Erster Film mit trans* Charakter

Der Disney Konzern hat seinen ersten Film mit einem trans* Charakter angekündigt und vollzieht damit eine Kehrtwende zu jüngsten Entwicklungen.