Direkt zum Inhalt
Aktionsplan in Bayern

Aktionsplan in Bayern Freistaat finanziert Vorhaben mit 350.000 Euro

ms - 21.01.2026 - 17:35 Uhr
Loading audio player...

Rund drei Jahre nach der Ankündigung und knapp zwei Monate vor den Kommunalwahlen hat das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales heute den offiziellen Beginn des Landesaktionsplans Queer verkündet. Der Plan steht unter dem Leitspruch „Miteinander stärken. Diskriminierung überwinden“.

„Klares Zeichen für Vielfalt“

Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) betonte anlässlich des Starts die Bedeutung des Vorhabens. „Bayern steht für Toleranz, Miteinander und Zusammenhalt“, erklärte sie. „Mit dem Aktionsplan Queer setzen wir ein klares Zeichen für Vielfalt. Die bedingungslose Achtung der Menschenwürde und die Chancengleichheit stehen in Bayern nicht zur Disposition.“ Ziel sei es, mit zunächst drei Modellprojekten insbesondere die Arbeitswelt, die Kommunen sowie den ländlichen Raum zu erreichen.

Für die Umsetzung stellt der Freistaat insgesamt 350.000 Euro bereit. Mit diesen Mitteln werden drei unterschiedliche Projekte gefördert. Den Auftakt macht das Vorhaben „Vielfalt in der Arbeitswelt“, das von der Stiftung Prout At Work getragen wird. Kern dieses Projekts ist „die Entwicklung einer digitalen Plattform für Arbeitgeber, auf der Informationsmaterialien wie Handlungsleitfäden, Trainingsmaterialien und Lernmodule zum Thema LGBTIQ+ in der Arbeitswelt zur Verfügung gestellt werden“. Darüber hinaus erhält die Stadt Augsburg Unterstützung für die Erarbeitung eines kommunalen Aktionsplans. Dieser soll dazu beitragen, Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung für queere Themen und Bedürfnisse zu sensibilisieren.

LGBTIQ+ auf dem Land

Ein drittes Projekt liegt in der Verantwortung des Bayerischen Bündnisses für Toleranz. Geplant ist eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Gesellschaftlicher Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten“. Dabei sollen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen – mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum – miteinander ins Gespräch kommen und zu gemeinsamem Engagement angeregt werden.

Lange Zeit hatte sich Bayern gegen einen eigenen Landesaktionsplan gesperrt. Noch 2015 ließ die Regierung verlauten, es bestehe „keine Notwendigkeit“, Queerfeindlichkeit mithilfe eines Aktionsplans entgegenzutreten. Erst im März 2023 kündigte Ministerpräsident Markus Söder überraschend im Rahmen des Landtagswahlkampfs an, einen solchen Plan doch auf den Weg bringen zu wollen. Nun meldete sich die Regierung mit dem Vorhaben kurz vor den Kommunalwahlen im März wieder zurück. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

IDAHOBIT 2026

Gedenktag in schweren Zeiten

Die Hasskriminalität auf LGBTIQ+-Menschen nimmt weiter zu, um so wichtiger ist so das Gedenken an den IDAHOBIT am 17. Mai.
Prozessauftakt in Rom

Totschlag wegen Händchenhalten?

In Italien sollen sich jetzt drei Männer vor Gericht verantworten, die an Silvester vor zwei Jahren ein schwules Paar in Rom brutal attackierten.
Reizgas in Schwulenclub

Attacke im serbischen Belgrad

Drei Männer sind in einem Schwulenclub in Belgrad mit Reizgas auf die Gäste los, mehrere wurden verletzt. Angriffe auf die Community nahmen zuletzt zu
Fortschritte in Japan

Verstoß gegen Gleichbehandlung?

Ein Gericht in Japan hat jetzt geurteilt, dass die aktuelle Rechtsprechung nicht-binäre Menschen diskriminieren könnte und fordert eine Prüfung.
Rebellion in Italien

Forderungen an Mitte-Links-Parteien

Ein Bündnis von queeren Verbänden fordert in Italien von der Opposition endlich ein starkes Eintreten für mehr LGBTIQ+-Rechte wie der Ehe für alle.
Freispruch in der Türkei

LGBTIQ+-Aktivistin Defne Güzel

Ein Gericht in Ankara hat jetzt die LGBTIQ+-Aktivistin Defne Güzel freigesprochen. Die Anklage lautete auf „Verletzung der öffentlichen Moral“.
King’s Speech des Königs

Erneut leere Versprechungen?

König Charles III. hat in seiner "King’s Speech“ erneut ein Verbot von Konversionstherapien betont. Abermals leere Versprechungen für die Community?
Anstieg der Hasskriminalität

Alarmsignale aus NRW und Hessen

In NRW und Hessen hat die Hasskriminalität gegen queere Menschen stark zugelegt, teilweise verdreifachten sich die Fallzahlen in kurzer Zeit.
Erste Homo-Ehe in Polen

Historischer Schritt für Community

Historischer Schritt: In Polen wurde jetzt erstmals eine in Deutschland geschlossene Ehe zweier schwuler Männer offiziell anerkannt.