Aachen streicht Fördergelder Kein CSD mehr in der Stadt?
In Aachen hat die Stadtverwaltung eine drastische Entscheidung getroffen, die weitreichende Folgen für die queere Community in der Region haben könnte. Im Rahmen des Haushaltsentwurfs für 2026 wurden die Fördergelder für queere Projekte komplett gestrichen – eine Entscheidung, die auch den CSD Aachen und andere wichtige Initiativen betrifft.
Rotstift bei queeren Projekten
Der Verein Rainbow Aachen gab bekannt, dass die Finanzierung für die Position „Queeres Leben in Aachen“ nicht verlängert wird, was zu erheblichen Problemen für die Organisation führt. Der Verein äußerte auf Instagram, dass dies bedeutet, dass alle bestehenden Leistungsvereinbarungen für 2026 eingestellt werden und keine weiteren finanziellen Mittel bereitgestellt werden. Auch wenn der Stadtrat eine Rücknahme dieser Streichung beschließen sollte, ist laut Rainbow Aachen eine Auszahlung der Fördergelder frühestens im Juni zu erwarten.
Rainbow Aachen sei daher gezwungen, alle Mitarbeiter zu kündigen, außerdem stehe der CSD 2026 „auf der Kippe“. Die einzige queere Anlauf- und Beratungsstelle für Erwachsene in der Region Aachen könnte ihre Arbeit somit einstellen. Bildungsangebote des Queerreferates an den Aachener Hochschulen müssen ebenfalls entfallen. Die finanzielle Unsicherheit trifft den Verein hart. Ohne eine klare Planungsperspektive bleibt unklar, ob und wann die dringend benötigten Fördergelder zur Verfügung stehen werden. „Wir wissen zurzeit nicht, ob überhaupt, wenn ja zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe wir weiterhin finanziell unterstützt werden“, erklärte der Verein.
Auswirkungen auf die ganze Region
Der Verein Rainbow Aachen stellte klar, dass für die Jahre 2024 und 2025 bereits eine Leistungsvereinbarung mit der Stadt abgeschlossen worden war. Diese wurde noch auf dem CSD als Konsens zwischen den Parteien fortgeschrieben. Nach den Wahlen und der Neustrukturierung des Stadtrates hatte man gehofft, dass eine Lösung in den vereinbarten Gesprächen Anfang Januar gefunden werden würde. Doch stattdessen kam die Nachricht, dass die Fördergelder für die queeren Projekte im neuen Haushalt nicht mehr enthalten sind.
Die Auswirkungen dieser Entscheidung könnten weit über den CSD hinausgehen. Da Rainbow Aachen als zentrale Anlaufstelle für queere Menschen in der Region fungiert, sind viele Programmpunkte und Hilfsangebote jetzt in Frage gestellt. Der Verein sieht sich nun gezwungen, auf die neue Entwicklung zu reagieren, während die politische Diskussion in Aachen weiter andauert.
Hitzige Debatten über Sparkurs
Mit dem Amtsantritt von Dr. Michael Ziemons (CDU) als Oberbürgermeister am 1. November 2025 hat sich die politische Landschaft in der Stadt verändert. Wie sich diese Veränderungen langfristig auf die Unterstützung queerer Projekte auswirken werden, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung der Stadt zeigt jedoch, wie tief die finanziellen Einschnitte auch die Arbeit der queeren Community treffen können.
Das Thema ist in Aachen äußerst polarisiert, und die Diskussionen gehen weiter. Die Queer-Community und ihre Unterstützer stehen nun vor der Herausforderung, Lösungen zu finden, um diese kritische Phase zu überstehen und ihre Arbeit fortzusetzen. In den Kommentaren zu einem Instagram-Post des Vereins wird die Entscheidung der Stadt Aachen teils heftig diskutiert. Einige Stimmen begrüßen die Kürzungen, da das Geld angesichts der wirtschaftlichen Lage „sinnvoller“ ausgegeben werden müsse, wobei der Kommentar „Schulen, öffentliche Gebäude sowie Infrastruktur geht vor irgendwelchen Spaßthemen“ für viel Empörung sorgte.