Direkt zum Inhalt
Besondere Aktion in Bremerhaven

Hilfe für LGBTIQ+-Menschen Queersensible Anzeigenangebote der Polizei Bremerhaven

ms - 26.09.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die Polizei in Bremerhaven will mit einer neuen besonderen Aktion dafür sorgen, dass sich mehr LGBTIQ+-Menschen trauen, ein Hassverbrechen zur Anzeige zu bringen. Rund 90 Prozent aller Attacken und Angriffe gegen die Community werden bis heute deutschlandweit nicht gemeldet, oftmals haben die Opfer Angst oder schämen sich – oder haben Bedenken, die Polizei nimmt sie nicht ernst. In Bremerhaven soll es deswegen ab sofort die sogenannte queersensible Anzeigenaufnahme geben. 

Polizei will Angst nehmen 

Einmal monatlich haben homosexuelle und queere Menschen dann dazu Gelegenheit, Startschuss ist bereits kommende Woche am ersten Oktober in der "Alten Bürger". Zumeist wird der polizeiliche Ansprechpartner für LGBTIQ+, Kriminaloberkommissar Oliver Viehweger, die Gespräche führen und gegebenenfalls auch die Anzeigen aufnehmen.

„Diskriminierung und queerfeindliche Gewalt bedeuten für Betroffene neben körperlichen Schäden auch eine hohe emotionale Belastung. Möglicherweise zögern Betroffene, solche Straftaten bei der Polizei anzuzeigen. Diesem Umstand möchte die Polizei Bremerhaven positiv entgegentreten und bietet künftig eine sogenannte queersensible Anzeigenaufnahme mit der LGBTIQ*-Ansprechperson der Behörde an“, bekräftigt Viehweger das besondere Engagement. 

Treffen im geschützten Rahmen 

Die Sprechstunden finden deswegen auch außerhalb einer Polizeidienststelle statt. Als Treffpunkt wurde die afz-Quartiersmeisterei "Alte Bürger" in der Bürgermeister-Smidt-Straße angedacht. Jeden ersten Mittwoch im Monat von 13.30 bis 16.00 Uhr haben dann LGBTIQ+-Menschen die Möglichkeit, sich mit ihren Problemen und Fragen direkt an hilfsbereite Polizisten zu wenden. 

Die Beamten beraten auch unvoreingenommen oder vermitteln anderweitig Hilfeeinrichtungen weiter – eine Strafanzeige ist also keine Grundvoraussetzung, um vor Ort zu erscheinen. „Das Angebot soll auch diejenigen ermutigen, die Zeug:innen von Queerfeindlichkeit wurden und diese zur Anzeige bringen möchten“, so Viehweger. Der LGBTIQ+-Ansprechpartner ist ansonsten auch via E-Mail unter LGBTIQ@polizei.bremerhaven.de sowie unter Telefon 0159/04051022 erreichbar. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Signal für Verfassungstreue

Polizeianwärter zu Recht entlassen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass zwei Polizeikommissaranwärter wegen Homphopie zu Recht entlassen wurden.
Umsetzung von „Queer leben“

Verunsicherung in der Community

Die Umsetzung des Aktionsplans „Queer leben“ der Bundesregierung bleibt trotz gegenteiliger Behauptungen auf Kurs, so Queerbeauftragte Sophie Koch.
Krise der US-Filmstudios

Prüderie bei schwulen Produktionen

"Heated Rivalry" ist ein Serienhit, auch aufgrund seiner schwulen Sex-Szenen. In den USA wäre die Serie so nie entstanden, kritisieren Filmexperten.
Umfassender Aktionsplan

Strategie stärkt queere Rechte

Die Stadt Erlangen stärkt erstmals mit einem umfassenden Strategieplan gezielt die Rechte von queeren Menschen auf kommunaler Ebene.
Krieg im Regenbogenland

Festnahme wegen Zebrastreifen

In Dallas wurde ein schwuler Mann verhaftet, weil er einen regenbogenfarbenen Zebrastreifen wieder herstellte.
Ende einer Institution

Britischer LGBTIQ+-Verband schließt

Schock in der Community: Englands ältester LGBTIQ+-Wohltätigkeitsverein METRO muss nach über 40 Jahren aufgrund fehlender Gelder schließen.
Kurzes Aufatmen in Florida

Zuschüsse für HIV-Medikamente

Nach Stopp von Finanzhilfen für einkommensschwache Menschen mit HIV hat Floridas Gouverneur DeSantis nun doch neue Geldmittel für drei Monate zugesagt
Offline in Russland

Neue Angriffe auf LGBTIQ+

Russland sperrt gerade im Großraum Moskau wesentliche digitale Angebote, ein weiterer Angriff auf Kritiker und LGBTIQ+-Menschen.
Geldstrafe in Finnland

Homophobes Statement in der Politik

Die finnische Abgeordnete Päivi Räsänen muss eine Geldstrafe zahlen, nachdem sie Homosexualität als "Entwicklungsstörung" bezeichnete.