Direkt zum Inhalt
Kein Urlaub für dich?!

Kein Urlaub für dich?! Jeder Fünfte aus der Community kann sich keinen Urlaub leisten

ms - 03.09.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Double Income No Kids – die berühmte DINK-Formel, das Ziel vieler Marketing-Experten, gerade wenn es um Urlaube und schöne Reisen geht. Viele schwule Männer in Partnerschaften gehören zu dieser Gruppe von Menschen, die kinderlos mit zwei Einkommen mehrfach im Jahr ins Ausland für eine Auszeit reisen können. Allerdings nicht alle. 

Kein Urlaub für 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen

Das Klischee vom durchwegs gut situierten schwulen Mann bekommt mit den neusten Daten des Bundesamtes für Statistik abermals Kratzer: Jeder fünfte Bundesbürger (21%) konnte sich 2024 keine einwöchige Urlaubsreise leisten. In Zahlen sind das 17,4 Millionen Menschen, darunter fast 2,1 Millionen LGBTIQ+-Personen. Mit Fokus auf die besonders werberelevanten Schwulen, Lesben und Bisexuellen sind fast 1,6 Millionen davon betroffen. 

Vor wenigen Monaten zeichnete eine Studie des Paritätischen Gesamtverbandes ein ähnliches Bild, rund 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet, darunter überproportional fast 900.000 junge queere Personen unter 20 Jahren, wie eine dritte Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit festhielt. 

Singles und Familien

Die Zahlen stagnierten zuletzt und sanken 2024 nur geringfügig. Von der Unmöglichkeit eines Urlaubs sind in der Community vor allem Singles (29%), Alleinerziehende mit einem Kind (38%) sowie Regenbogenfamilien mit drei Kindern oder mehr (29%) betroffen. Doch auch bei kinderlosen Paaren herrscht nicht überall Eitel Sonnenschein, etwa jedes sechste homosexuelle oder queere Paar (15%) kann sich eine Urlaubsreise einmal im Jahr ebenso nicht leisten. 

Im europäischen Vergleich schneidet die deutsche Community dabei allerdings noch besser ab. Laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat kann sich in Europa jeder vierte Haushalt (27%) keinen Urlaub mehr leisten, wobei die Zahlen von Land zu Land stark variieren. Menschen aus Luxemburg (9%), Schweden (12%) und den Niederlanden (13 %) sind davon am wenigsten betroffen, während Personen aus Rumänien (59%), Griechenland (46%) und Bulgarien (41%) sehr oft auf ihren Urlaub verzichten mussten. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kritik an Trump-Narrativen

Risiko für LGBTIQ+-Personen steigt

Inmitten von Bombardierungen und geopolitischen Strategien geraten im Iran-Krieg marginalisierte Gruppen in noch größere Gefahr.
ESC-Quoten fürs Finale

Finnland ist an der Spitze

Ungute Vorzeichen? Der deutsche ESC-Beitrag von Sarah Engels landet im ESC-Barometer derzeit auf dem vorletzten Platz. Finnland ist Spitzenreiter.
Zölibat nicht durchzuhalten

Geist war willig, Fleisch schwach

Ein prominenter italienischer Priester legt sein Amt nieder – wegen seiner eigenen, als zu stark empfundenen Sexualität.
Homophobie bei den Bobbys

Umfrage in der Bevölkerung

Homophobie ist seit Jahren ein großes Problem der Londoner Polizei. Eine Umfrage in der Bevölkerung soll nun aufzeigen, wie die aktuelle Lage ist.
Mikrokredite als Nothilfe

Reaktion auf Kürzungen bei LGBTIQ+

Können Mikrokredite den Rückgang der weltweiten Förderung von LGBTIQ+ auffangen? Ein Dutzend queerer Verbände weltweit fordert ein Umdenken.
Klage der US-Boy Scouts

Anklage von queerem Reisebüro

Die amerikanischen Boy Scouts verklagen das LGBTIQ+-Reiseunternehmen Queer Scout wegen Namens- und Logorechten.
Hate Crime in Großbritannien

Erster Schritt für neues Gesetz

LGBTIQ+-Hasskriminalität soll in Großbritannien härter bestraft werden, im ersten Schritt stimmte jetzt das House of Lords dem Gesetzesvorhaben zu.