Direkt zum Inhalt

Reaktionen auf Trump-Sieg Queere US-Verbände und Menschenrechtsvereine zeigen sich kampfbereit

Von ms - 07.11.2024 - 11:00 Uhr
Reaktionen auf Trump-Sieg
Foto: IMAGO / UPI Photo
ANZEIGE
Loading audio player...

Der größte queere Verband der USA, GLAAD, hat jetzt in einer ersten Stellungnahme offiziell auf die Wiederwahl von Donald Trump als neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika reagiert – dem Appell für Mut schlossen sich auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International an, die in der zweiten Amtszeit von Trump auf die Einhaltung der Menschenrechte pocht. 

Zusammenbruch und Durchbruch

GLAAD-Präsidentin Sarah Kate Ellis erklärte zum Wahlsieg von Trump: „Die LGBTI*-Community war schon einmal an diesem Punkt, wie alle anderen marginalisierten Gemeinschaften auch, und der Schmerz ist sehr real. Aber wie wir von der Lavender Scare bis zum Stonewall-Aufstand, von der HIV-Epidemie bis zur Niederlage und zum Sieg der Ehe gesehen haben, kann jeder Zusammenbruch zu einem Durchbruch führen. Wir müssen diesen Moment der Krise als einen weiteren Katalysator für Veränderungen sehen. Unsere Gemeinschaft weiß, wie man sich umeinander kümmert und wie man unser Land und die Welt voranbringt.“ 

Eine bessere Welt mit LGBTI*

Ellis will dabei der ganzen LGBTI*-Community Mut machen und erklärte weiter: „Die Mission bleibt: Die Führer gegenüber uns, dem Volk, zur Rechenschaft zu ziehen. Jedem Menschen die Möglichkeit geben, seine Stimme für den Fortschritt zu nutzen und dabei freundlich zu sein. Die Aufzeichnungen zu korrigieren. Kultur formen. Herzen und Köpfe verändern. Erhebt euch für übergreifende Themen wie Rassengerechtigkeit, Abtreibung und Einwanderung. GLAAD wurde vor fast vierzig Jahren mit dem Wissen gegründet, dass LGBTI*-Menschen und unsere Geschichten eine bessere Welt schaffen würden. Unsere Arbeit hat erneut an Bedeutung und Dringlichkeit gewonnen. LGBTI*-Menschen gehören dazu und sind für das Versprechen Amerikas, ein Leuchtturm der Gleichheit und Akzeptanz zu sein, unerlässlich.“

Keine neue Zeit der Bigotterie und Doppelmoral

Parallel dazu hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International eindringlich an den neuen Präsidenten Trump appelliert: „ Die erste Amtszeit von Donald Trump war geprägt von einer brandstiftenden Politik aus Rassismus, Doppelmoral und Menschenrechtsverletzungen, eine Zeit der Bigotterie, Fremdenfeindlichkeit und weißer rassistischer Rhetorik. Das darf sich so nicht wiederholen. Die USA haben sich in verschiedenen internationalen Abkommen verbindlich zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Diese muss auch die Trump-Regierung respektieren und schützen. Die Welt schaut ganz genau hin und Amnesty wird den designierten Präsidenten und die US-Regierung an ihre Verpflichtungen erinnern, sie daran messen und zur Verantwortung ziehen. Diese zweite Amtszeit muss anders werden, und Amnesty International wird weiterhin dafür kämpfen, dass die Menschenrechte aller Menschen geachtet werden“, so Paul O'Brien, Geschäftsführer von Amnesty International USA.

Zudem hält O'Brien fest: „Amnesty International ist es nicht fremd, mit Widrigkeiten zu kämpfen. Seit mehr als sechs Jahrzehnten haben wir nie klein beigegeben, und wir werden auch jetzt nicht klein beigeben. Als älteste und größte Menschenrechtsorganisation der Welt werden wir weiter daran arbeiten, die Wahrheit aufzudecken, Maßnahmen zu ergreifen und Verzweiflung in Hoffnung zu verwandeln.“

Anzeige

Auch Interessant

Weltpremiere von „Artificial“

Guadagnino nimmt OpenAI ins Visier

Luca Guadagninos „Artificial“ erzählt vom Machtkampf bei OpenAI. Andrew Garfields Darstellung des schwulen Sam Altman sorgt für großes Kritikerlob.
Böse schwule Geister

Spukgeschichten vor Gericht

Ein Mann in Namibia machte „schwule Geister“ für eine tödliche Messerattacke verantwortlich. Das Gericht glaubte der Aussage nicht.
AfD will Jugendhilfe umbauen

Queere Jugendliche im Fokus

Die AfD will das Jugendhilferecht ändern und die Berücksichtigung von Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau zurückdrängen.
Ende von Bowens Karriere?

Wrestling-Pionier vor Abschied

Anthony Bowens schrieb als schwuler AEW-Champion Wrestling-Geschichte. Nach sechs Jahren ist sein Vertrag nun ausgelaufen. Das Ende der Karriere?
Kampf gegen das Vergessen

LGBTIQ+-Geschichte unter Druck

Stonewall-Museumschef Robert Kesten warnt vor Angriffen auf LGBTIQ+-Geschichte und setzt auf Bildung, Archive und einen stärkeren Dialog mit Medien.
Verdacht auf Asylbetrug

Hunderte Fälle in England

In London ermitteln Behörden jetzt gegen ein Netzwerk, das falsche Belege über die vermeintliche Homosexualität von Asylbewerbern verkauft haben soll.
Forderungen an Rot-Grün-Rot

LSVD+ drängt auf klare Zusagen

Der LSVD+ Berlin-Brandenburg fordert von SPD, Grünen und Linken verbindliche Zusagen für Schutz, queere Angebote und den World Pride 2032 in Berlin.
Freikirche sorgt für Kritik

Streit um Jugendhilfe in Karlsruhe

In Karlsruhe wird über die evangelikale Freikirche ICF als Träger der Jugendhilfe entschieden. Queere Verbände warnen vor queerfeindlichen Positionen.
Alito kritisiert Ehe für alle

Oberster Richter warnt vor Folgen

US-Verfassungsrichter Samuel Alito kritisiert in seinem neuen Buch die Ehe für alle und warnt vor Folgen für die Religionsfreiheit.