Direkt zum Inhalt
Thailand: Erster Pride nach 16 Jahren
ANZEIGE

Thailand: Erster Pride nach 16 Jahren Bangkok feiert mit der Regierung die queere Community

ms - 07.06.2022 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Erstmals seit 16 Jahren gab es in Thailand erneut wieder einen Pride-Marsch, am vergangenen Wochenende wurde in Bangkok der Naruemit Pride (das thailändische Wort für "Schöpfung") veranstaltet. Mehrere tausend Teilnehmer feierten im queeren Stadtviertel Silom die LGBTI*-Community und setzten nach Jahren der Stille aufgrund politischer Unruhen ein Zeichen für mehr Akzeptanz von schwulen, lesbischen und queeren Menschen. Mehrere Straßen waren für die Großveranstaltung gesperrt worden. Neben der Hauptveranstaltung wurde zeitgleich auch der Youth Pride gefeiert, der auf die besonderen Anliegen von jungen queeren Menschen und LGBTI*-Studenten aufmerksam machen wollte. Mit dabei war auch der neue Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt. Der diesjährige Pride ist damit auch der erste, der von der lokalen Regierung offiziell unterstützt wird.

Zu den geforderten Zielen gehören die gleichgeschlechtliche Ehe, die derzeit im Parlament in Thailand debattiert wird, sowie die Stärkung der Rechte von Sexarbeitern. Zudem solle der Pride auch ein Motor für den Kampf um mehr Rechte für die ganze Community sein und einen sicheren Raum für Entfaltungsmöglichkeiten in der queeren Gemeinschaft aufzeigen. Die Chancen stehen gut, um die Lage für queere Thailänder gerade in Bangkok deutlich zu verbessern; der frisch gewählte Gouverneur Sittipunt gilt als Unterstützer der Community und erklärte mehrfach, dass er sich für die Akzeptanz von LGBTI*-Menschen einsetzen wolle. Bereits ins Auge gefasst hat der Politiker dabei einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für queere Menschen.

Thailand gilt allgemein unter Urlaubern als sehr queer-freundliches Land, die rechtliche Situation für LGBTI*-Menschen ist indes aber nach wie vor dürftig. Es gibt zwar eine sichtbare LGBTI*-Community, aber in weiten Teilen des konservativen und religiösen Landes herrscht nach wie vor viel Diskriminierung gegenüber queeren Menschen. Zuletzt hatte das thailändische Kabinett einem Vorschlag zur Stärkung der Rechte gleichgeschlechtlicher Paare zugestimmt, verzichtete aber im März auf die vollständige Gleichstellung mit heterosexuellen Paaren. Das thailändische Parlament berät nun in Kürze über einen Gesetzentwurf, der gleichgeschlechtliche Partnerschaften in fast allen Punkten heterosexuellen Ehen gleichstellen soll. Hoffnungsvoll und gestärkt durch den Pride blickt die Community in diesen Tagen nun in Richtung Regierung.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Attacken in Russland

Schlag gegen queere NGO

Russland verschärft sein Vorgehen gegen LGBTIQ+-Organisationen weiter und stufte jetzt die Hilfsorganisation NC SOS als „extremistisch“ ein.
Keine Anklage von Nina Queer

Gericht weist Klage von Kollegin ab

Ein Berliner Gericht hat den Eilantrag von Margot Schlönzke gegen Nina Queer abgewiesen und damit einen Streit um ein Musical beendet.
Tod nach Dating-Masche

Jugendbande erschlägt Schwulen

Ein schwuler Mann wurde von einer Jugendbande in Bulgarien mittels Datings-Masche in eine Fall gelockt und tot geschlagen. Die Ermittlungen laufen.
Vorfall bei CSD Hamburg

Festnahme von LGBTIQ+-Aktivist

Nach der Festnahme eines LGBTIQ+-Aktivisten am Hamburger CSD stehen nun aufgrund unterschiedlicher Schilderungen Vorwürfe und Ermittlungen im Raum.
Streit um CSD-Fördergeld

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Nach der Kürzung von Fördermitteln für den CSD Rathenow entbrennt ein politischer Streit über Verantwortung und Unterstützung der queeren Community.
Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.