Direkt zum Inhalt
Sexrezession der Gen-Z

Sexrezession der Gen-Z Sexflaute bei jungen Menschen, steigende Zahlen bei Schwulen

ms - 19.12.2025 - 14:15 Uhr
Loading audio player...

Seit Jahren wird über eine sogenannte „Sexrezession“ unter jungen Menschen diskutiert. Besonders der Generation Z wird nachgesagt, seltener Geschlechtsverkehr zu haben als frühere Jahrgänge. Als Gründe werden häufig soziale Entfremdung, wirtschaftliche Unsicherheit, der Einfluss sozialer Medien, Künstliche Intelligenz oder der leichte Zugang zu Hardcore-Pornografie genannt. Tatsächlich zeigen jüngste Studien, dass junge Erwachsene heute weniger Sex haben. Doch dieses Bild ist unvollständig. Denn es gibt eine Form von Sexualität, die unter jungen Menschen zunimmt: Sex zwischen Männern.

Schwule Männer sind die Ausnahme 

Darauf weisen aktuelle Daten der General Social Survey des National Opinion Research Centers der Universität von Chicago in Zusammenarbeit mit der National Science Foundation hin, die regelmäßig Informationen zu politischen Einstellungen, Familie und Sexualität erhebt. Ein Fokus der Erhebung liegt auf Männern, die sexuelle Erfahrungen mit anderen Männern gemacht haben. Abgesehen von einem kurzen Rückgang Mitte der 1990er-Jahre sowie im Jahr 2001 ist dieser Anteil über Jahrzehnte hinweg gestiegen.

Den jüngsten Zahlen zufolge geben 12 Prozent der Männer unter 30 Jahren an, mindestens einen männlichen Sexualpartner gehabt zu haben. Als zentrale Erklärung gelten gestiegene Akzeptanz und bessere Zugänglichkeit. Die gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber LGBTIQ+-Personen haben sich in den vergangenen 30 Jahren zudem deutlich liberalisiert. Rund 70 Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung bewerten gleichgeschlechtliche Beziehungen inzwischen als moralisch akzeptabel, einschließlich der Unterstützung für die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

Während die Zustimmung zu LGBTIQ+-Rechten unter Republikanern zuletzt zurückgegangen ist, erreicht sie bei Demokraten neue Höchststände. Diese gesellschaftliche Öffnung erleichtert demnach sexuelle Erfahrungen und Experimente. Hinzu kommt die technische Entwicklung: Dating- und Cruising-Apps ermöglichen es heute einfacher denn je, Kontakte zwischen Männern zu knüpfen. Was früher diskret an öffentlichen Orten stattfand, verlagert sich zunehmend auf digitale Plattformen.

Junge Männer sexuell aktiver 

Ein erster deutlicher Anstieg entsprechender Angaben fällt in die späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre, als Chatrooms und Plattformen wie Craigslist an Bedeutung gewannen. Mit der breiten Verfügbarkeit von Smartphones ab den frühen 2010er-Jahren nahm der Trend weiter zu. Parallel dazu wächst auch der Anteil der Menschen, die sich selbst als LGBTIQ+ identifizieren. Nach Angaben des Pew Research Center liegt dieser Anteil in der Gesamtbevölkerung bei 9,3 Prozent, in der Generation Z sogar bei 23,1 Prozent. 

Unter Männern insgesamt beträgt der Wert sechs Prozent, bei Männern der Generation-Z 12 Prozent. Diese Zahlen entsprechen in etwa dem Anteil junger Männer, die angeben, Sex mit Männern gehabt zu haben – ohne dass dies zwangsläufig mit einer homosexuellen Identität gleichzusetzen ist. Auffällig ist zudem, dass der Anteil männlicher Jungfrauen, der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen war, zuletzt wieder spürbar gesunken ist. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass Männer, die Sex mit Männern haben, einen erheblichen Anteil der sexuellen Aktivität junger Menschen ausmachen. Angesichts ihrer wachsenden Zahl und der leichten Kontaktmöglichkeiten spricht einiges dafür, dass sie im Durchschnitt sexuell aktiver sind als andere Gruppen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.