Direkt zum Inhalt
Linksparteien stellen sich gegen Homophobie
Rubrik

Schwuler kandidiert in Polen Linksparteien stellen sich gegen Homophobie

co - 09.01.2020 - 13:00 Uhr

Übergriffe und Hass gegen LGBTI* nahmen im katholisch geprägten Polen stark zu, seit die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ihren letzten Wahlkampf mit einer LGBTI*-feindlichen Kampagne bestritt. Das geht sogar so weit, dass mehr als 80 polnische Gemeinden sich selbst zur „LGBTI*-freien Zone“ ausriefen.

Eine Koalition aus drei Links-Parteien stellt sich nun der steigenden Homophobie entgegen: Für den Wahlen im Mai wählte man laut PinkNews den offen schwulen Robert Biedroń als Präsidentschaftskandidaten. Dieser saß bereits im Europa-Parlament und führt momentan die sozial-liberale und Europa-freundliche Partei „Frühling“ an. Der 44-Jährige Politiker möchte die Rechte von Frauen stärken sowie den Rechtsstaat und die Trennung von Kirche und Staat. All diese Punkte hatte die PiS nach ihrer Machtübernahme 2015 geschwächt. Im Laufe seiner Karriere setzte Biedroń sich bereits gegen Kathechismus-Klassen an öffentlichen Schulen und für kostenfreie Verhütungsmittel sowie das Abtreibungsrecht für alle Frauen ein. Wegen seines LGBTI*-Aktivismus wurde mehrfach ausgezeichnet.

Auch Interessant

Kreative Gesetze gegen LGBTI*

Bibliothekar*innen hinter Gittern

Der Parental Oversight of Public Libraries Act droht Bibliothekar*innen, die Kinder zu Drag Queen Story Hours zulassen, mit Geldbußen und Haftstrafen.
Homophobie im Fußball

Klub in UK fordert strenge Strafen

Die Spieler des inklusiven Fußballvereins Village Manchester werden auf dem Spielfeld zunehmend homophob beleidigt– oft auch noch straffrei.
Diskriminierung in Südafrika

Location verweigert den Service

Die Hochzeitslocation Beloftebos in Stanford lehnte ein lesbisches Paar ab: Das widerspreche den Glaubensgrundsätzen der christlichen Betreiber.
Beunruhigende Filmaufnahmen

Jugendliche beleidigen Schwulenpaar

Einige Highschool-Schüler aus Alabama fuhren spät abends am Haus eines ihnen unbekannten schwulen Paares vorbei, um dieses zu beleidigen.
Twitter entschuldigt sich

Gezielte Werbung an Hassgruppen

Werbetreibende konnten bis vor kurzem gezielt Beiträge an Rassisten, Neo-Nazis, Homo- und Transphobe schalten und diese so massenhaft radikalisieren.
PrEP-Erfolg in Großbritannien

71 Prozent weniger HIV-Ansteckungen

HIV-Ansteckungen unter schwulen und bisexuellen Männern gingen laut Statistiken von Public Health England seit 2012 um 71 Prozent zurück.
Entscheidungsgewalt für Inter*

Keine Geschlechts-OP bei Kindern

Das Justizministerium will Operationen verbieten, die Geschlechtsmerkmale von Kindern verändern – die Betroffenen sollen selbst entscheiden dürfen.
Fragwürdige Ratschläge

Trump-Berater riet zur Konversion

Pastor Robert Jeffress riet einer suizidgefährdeten lesbischen Jugendlichen zur Konversionstherapie – Gott gebe keine „Freifahrtscheine“ aus.