Direkt zum Inhalt
Celle: Debatte um Regenbogen-Zebrastreifen entfacht

LV bekräftigt queere Haltung Celle: Debatte um Regenbogen-Zebrastreifen entfacht

mr - 08.12.2025 - 18:30 Uhr
Loading audio player...

Die Debatte um die Gestaltung öffentlicher Räume mit Pride-Farben hat in Celle einen neuen Höhepunkt erreicht. Ein Social-Media-Post der Jungen Liberalen Celle (JuLis), der sich gegen die Bemalung von Zebrastreifen und Bänken in Regenbogenfarben wandte, löste innerhalb kurzer Zeit eine Welle an Reaktionen aus. Kritik kommt nicht nur aus der queeren Community, sondern auch der niedersächsische Landesverband der Jungen Liberalen distanzierte sich deutlich von der Darstellung der Celler Jugendorganisation.

 

Haltung zu Symbolen im öffentlichen Raum

Die JuLis Celle argumentierten in ihrem Beitrag, der öffentliche Raum solle frei von politischen oder gesellschaftlichen Botschaften bleiben. Ihrer Ansicht nach müsse urbane Gestaltung neutral sein, damit niemand sich ausgeschlossen fühlt. Besonders das genutzte Bild, das einen durchgestrichenen Regenbogen-Zebrastreifen zeigt, wurde als Affront gegen Sichtbarkeit von Vielfalt und queere Lebensrealitäten kritisiert. Die Partei wollte damit nach eigenen Angaben jedoch lediglich eine Debatte anstoßen, ob städtische Infrastruktur überhaupt für symbolische Botschaften genutzt werden sollte.

Auch auf Bundesebene entzündet sich regelmäßig Streit an Fragen queerer Sichtbarkeit. In mehreren deutschen Städten wurden bereits Regenbogen-Zebrastreifen umgesetzt, größtenteils mit positiver Resonanz. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass über 70 Prozent der Deutschen die Präsenz von Pride-Symbolen im Stadtbild befürworten oder mindestens tolerieren.

 

JuLis im Kreuzfeuer

Die schnelle und scharfe Reaktion aus Politik und Zivilgesellschaft folgte prompt. Besonders der eigene Landesverband machte klar, dass der Einsatz für die Rechte und Sicherheit von queeren Menschen ein Grundwert liberaler Politik sei. Die JuLis Celle reagierten mit einer Richtigstellung: Es gehe nicht darum, Vielfalt infrage zu stellen, sondern um Neutralität des öffentlichen Raums. Alternativ schlugen die JuLis vor, klassische nationale Symbole wie die deutsche Flagge zu nutzen.

„Die Darstellung einer durchgestrichenen Pride-Flagge vermittelt jedoch ein Bild, das wir nicht teilen und das nicht dem entspricht, was für uns ein programmatischer Grundpfeiler ist: der klare Einsatz für Sichtbarkeit und Schutz queeren Lebens.“ – Landesverband Junge Liberale Niedersachsen

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wegen Hänseleien jetzt Hip-Hop

Lehrerin setzt sich für Schüler ein

Ein achtjähriger Junge verlässt in Italien seine Ballett- und Modern Dance-Kurse. Er wurde von Gleichaltrigen verspottet, weil er tanzt.
Landesweite Debatte in den USA

Donald Trump ordnete Entfernung an

Die Forderung nach der Rückkehr der Pride-Flagge am Stonewall-Denkmal entfacht eine US-Debatte über Sichtbarkeit und politische Einflussnahme.
Budapester Bürgermeister

Zeichen gegen queerfeindliche Politik

Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat den Budapester Amtskollegen Gergely Karácsony zum diesjährigen Christopher Street Day in Berlin eingeladen.
Hasskriminalität gegen LGBTIQ+

Stagnation 2025 auf hohem Niveau

Nach den vorläufigen Zahlen kam es 2025 zu über 2.000 Angriffen auf LGBTIQ+-Menschen, die Dunkelziffer dürfte um 90 Prozent höher liegen.
Erfolge bei Olympia

Gute Woche für LGBTIQ+-Athleten

Die erste Woche bei den Olympischen Winterspielen war für LGBTIQ+-Athleten sehr erfolgreich, bisher gab es fünf Medaillen, darunter vier Mal Gold.
Starker Anstieg von Homophobie

Viel Hass britischer Fußballfans

In Großbritannien haben die homophoben Übergriffe im Umfeld des Fußballs zuletzt massiv zugenommen, eine neue Kampagne soll jetzt Abhilfe schaffen.
Trauriges Jubiläum in Kamerun

10 Jahre homophobes Hass-Gesetz

Der verschärfte Strafartikel Artikel 347-1 schafft in Kamerun seit nunmehr zehn Jahren ein Klima der Angst vor Gewalt unter Schwulen und Lesben.
Überraschung bei Disney

Erster Film mit trans* Charakter

Der Disney Konzern hat seinen ersten Film mit einem trans* Charakter angekündigt und vollzieht damit eine Kehrtwende zu jüngsten Entwicklungen.