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Spitzensportler nutzen OnlyFans zur Finanzierung

Zusätzliche Finanzierung nötig Freizügige Bilder: Spitzensportler nutzen OnlyFans

kw - 27.01.2026 - 16:00 Uhr
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Viele Spitzensportlerinnen und Spitzensportler suchen heute kreative Wege zur Finanzierung ihrer Karriere. Ein Weg: Die Plattform OnlyFans. Für deutsche Olympiahoffnungen wie Georg Fleischhauer ist dies ein Mittel, finanzielle Lücken zu schließen, die herkömmliche Förderer oder staatliche Zuschüsse nicht decken.

 

Athletinnen und Athleten zeigen mehr als Sport – auf OnlyFans

Bob-Anschieber Georg Fleischhauer betont: „Ich bin kein Porno-Star.“ Dennoch nutzt er OnlyFans, um Fans unmittelbare Einblicke in sein Leben als Leistungssportler zu geben – für knapp 17 Euro pro Monat. Neben exklusiven Trainings- und Alltagsszenen erwarten die Abonnentinnen und Abonnenten dort auch freizügigere Fotostrecken. Ähnlich setzen andere Athletinnen und Athleten auf den Kanal, um ihre Teams auszurüsten und die Saisonkosten von bis zu 50.000 Euro zu stemmen. Auch die Bob-Fahrerin Lisa Buckwitz erklärt, sie vermarkte sich auf OnlyFans, ohne sich dabei völlig nackt zu zeigen. Die Plattform sieht sie als Sponsor, der ihr den Sport überhaupt ermögliche.

 

Spagat zwischen Sichtbarkeit und Selbstdarstellung

Viele Sportlerinnen und Sportler sehen sich inzwischen gezwungen, neben Medaillen auch ihre Körper im Internet zu präsentieren, um über die Runden zu kommen. Selbst nach Olympia-Gold bleibt das öffentliche Interesse gering, wenn es um die Finanzierung des Trainingsalltags geht. Das bestätigen auch Initiativen wie ein Akt-Kalender Erfurter Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer, der durch den Verkauf von Kalendern eine erhebliche Finanzierungslücke schloss. Die Einnahmen solcher Aktionen sind für viele Sportlerinnen und Sportler überlebensnotwendig, weil die Unterstützung durch Bundeswehr, Sporthilfe oder kommunale Sponsoren oft kaum ausreicht.

Eine zunehmende Tendenz, auf OnlyFans und vergleichbare Plattformen zu setzen, lässt sich auch international beobachten. Der australische Olympiasieger Matthew Mitcham etwa verteidigte seinen Schritt damit, dass jahrelanges Training und Disziplin seinen Körper geformt hätten – und er diesen Wert auch geldwert machen wolle.

 

Finanzierungsdruck verändert Alltag im Spitzensport

Crowdfunding rettete bereits Einzelkarrieren, wie das Beispiel des Schweizer Skifahrers Franjo von Allmen zeigt. Doch nicht alle Disziplinen sind attraktive Werbeträger für Firmen oder bringen hohe Prämien. Wer keine Festanstellung beim Staat hat, muss selbst für Sichtbarkeit sorgen. Der Biathlet Danilo Riethmüller sieht in der Vermarktung über OnlyFans keine Schande: Wer sich in Szene setzt, handle nachvollziehbar.

 

Olympia, Leistung und Livestream

Die Nutzung von Plattformen wie OnlyFans zeigt, wie groß der Druck auf Sportlerinnen und Sportler ist, ihre Existenzen abzusichern. Die Diskussion um Selbstvermarktung und vermeintliche Grenzüberschreitungen rückt damit ins Zentrum des Sports. Es bleibt offen, ob Förderinstitutionen und Verbände innovative Finanzierungswege unterstützen – oder ob das Vorbild der Selbstdarstellung Schule macht.

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