Musiker stirbt mit 68 Jahren Hip-Hop-Legende Afrika Bambaataa ist tot
Der Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa ist im Alter von 68 Jahren nach einer Krebserkrankung gestorben. Die Musik-Legende galt wegweisend für das Rap-Genre, das er diversifizierte. Für seinen weltweiten Hit "Planet Rock" sampelte er eine andere Legende, nämlich die deutschen Electropop-Pioniere Kraftwerk. Im späteren Leben überschatten Missbrauchsvorwürfe die Karriere von Lance Taylor, wie er mit bürgerlichem Namen heißt.
Das Wichtigste im Überblick
- Hip-Hop-Legende Afrika Bambaataa ist tot
- Der Musiker und Produzent starb im Alter vom 68 Jahren nach einer Krebserkrankung
- Weltruhm erlangte er mit seinem revolutionären Hit "Planet Rock", für den er unter anderem Kraftwerk sampelte
- Sein späteres Leben war von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs überschattet: Afrika Bambaataa soll sich an männlichen Teenager vergangen haben
Revolutionär des Hip-Hops
Im Sozialbauviertel der Bronx 1957 in New York geboren, schloss sich Afrika Bambaataa zunächst einer Straßengang an, The Black Spades. Er hatte jedoch Glück als er einen Aufsatzwettbewerb gewann und damit eine Reise nach Afrika, wo er andere Musikbegeisterte traf und daraus entstand die Universal Zulu Nation, eine zunächst lockere, später jedoch international gut vernetzte Verbindung gleich gesinnter Freunde des Hip-Hop-Sounds. Ab 1976 veranstaltete Afrika Bambaataa die so genannten Blockpartys und entwickelt als DJ dort seinen ganz eigenen Stil.
Diversifizierung des Rap
Afrika Bambaataa experimentierte und entwickelte so eine unique Musik, gespeist aus Funk, Soul, aber auch elektronischer Musik: Aus diesem Mix entstand auch sein größter Hit "Planet Rock" für den er diverse Samples verwendete, zum Beispiel von Babe Ruth, B.T. Express, Captain Sky, Rick James und gleich von zwei Kraftwerk-Songs: »Trans-Europa Express« sowie »Numbers«. Mit diesem Riesenhit, als Hip-Hop noch nicht selbstverständlich Mainstream war, verlieh ihm die Presse den Zusatznamen »Godfather of Hip Hop« (»Pate des Hip-Hop«) ein. Viele Weggefährtinnen und Weggefährten sowie Künstlerinnen und Künstler trauern nun um den Verlust. »Mit seinem Tod denken wir über seine Beiträge zum Genre und zur breiteren Kultur nach, die bis heute nachwirken«, so beispielsweise Tommy Boy Records.
Missbrauchsvorwürfe überschatten Karriere
2016 wurden Afrika Bambaataa sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die mutmaßlichen Opfer seien minderjährig gewesen. Bambataa selbst bestritt alles und wurde auch nie strafrechtlich belangt. Dennoch liegt bis heute ein Schatten über der ansonsten strahlenden Laufbahn des Künstler. Verschiedene Männer gaben an, in den 1980er Jahren als Minderjährige von Afrika Bambaata sexuell missbraucht worden zu sein. Es soll sich um mindestens 13 Betroffene handeln.
Die Universal Zulu Nation entschuldigte sich schließlich im Juni 2016 öffentlich bei den Opfern und distanzierte sich von ihrem Gründer. Im Jahr 2025 verlor Bambaataa dann einen Zivilprozess wegen Missbrauchs und Menschenhandel, allerdings deshalb, weil er nicht vor Gericht erschienen.