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Don´t stop the Polka!
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Pawel Popolski Don´t stop the Polka!

Redaktion - 06.04.2023 - 17:00 Uhr

Pawel Popolski, der weit über die Grenzen Polens bekannte Polkainterpret, macht sich wieder auf Theaterreise. Nach der sagenhaften Popolski Wohnzimmershow, führt ihn das neue Programm NACH DER STRICH UN DER FADEN wieder quer durch die Republik.

Unser Auslandskorrespondent Jens Oliver Reuß hat ihn beim jährlichen Joggingtraining im Böhmerwald erwischt. Seine deutsche Aussprache ist beeindruckend, nur bei der Grammatik ist noch Luft nach oben. Alle verwendeten Begriffe im Text tauchen in der maskulinen Form auf, gelten aber für alle Lesende.

Herr Pawel, man kann es nicht mehr hören oder lesen, aber Corona hat ja auch besonders die Künstler bestraft.

Es war ein Schock für die gesamte Theaterbranche, für alle die mit Liveauftritten zu tun haben. Nach der flächendeckenden Impfung der Zuschauer und der Künstler kam schon wieder ein Stopp. Eine Katastrophe für die ganze Branche. Ich habe die Zeit genutzt um weiter zu schreiben und zu komponieren. Andere Kollegen sind die Wände hoch gegangen. Nein, ich bin jetzt nicht Weltmeister im Fenster putzen, ich habe die Zeit genutzt um Musik zu schreiben. Genau so wie unser Oppa, der weit über 178.000 Top-Ten Hits veröffentlicht hat. Ich mochte in seine Fußstapfen ganz dolle reintreten.

Ist sonst noch etwas während der Zwangspause passiert?

Im Abstellkeller unserer Plattenbauwohnung habe ich ein uraltes Vibraphon gefunden und entstaubt, also so ein zu groß geratenes Xylophon, es heißt Igor und darf jetzt mit auf unsere Tour. Im Kofferraum unseres polnischen Fiats ist natürlich auch Platz für eine komplette Schießbude, drei Kesselpauken, irgendwas mit Tasten und natürlich für unseren Regisseur.

Muß sich der Publikum im Programm vor irgendwas fürchten?

Njet, obwohl, wir suchen jeden Abend in der Publikum nach einem talentierten Schlagzeuger, der mit auf der Bühne kommt und dort sein Klöppeltalent präsentiert.

Ein Mensch mit Vitamin W wie Wachstum und Wohlbefinden. Das kann schon peinlich sein, aber nicht für mich, ich begleite im Hintergrund an den Tasten.

Wir haben uns auf das Du geeinigt. In Deiner Heimatstadt Zabrze bist Du ein Weltstar, wie steigerst Du Deinen Bekanntheitsgrad auf den Bühnen in Deutschland?

Damit auch jeder im Publikum alles optisch verfolgen kann, haben wir mehrere Kameras und Bildschirme der Firma Sonytzky installiert und übertragen das mit über 2.000 Slotybit pro Sekunde.

Live zugeschaltet wird auch unser jungster Bruder Janusz, der mit der meisten Luft im Gehirn. Er spielt die Baßgitarre, die hat nur vier Saiten, das Klavier hat 88 Tasten, da sieht man den Unterschied. Wir spielen den Gassenhauer „Don´t stop the Polka“.

Auf der Bühne wird Alkohol getrunken, viel Alkohol. Gibt es da Sponsoren?

Ja, eine polnische Firma stellt uns den Grasuwsko zur Verfügung, der ist sehr bekömmlich.

Noch etwas zur Tour?

Popolski spielt in kleinen Theatern aber auch in großen Häusern. Wichtig ist überall, daß die Akustik stimmt. Genial sind Amphitheater mit aufsteigenden Sitzreihen, wie jetzt im Admiralspalast, perfecto.

Ich freue mich auf der Publikum und werde es nach der Strich und der Faden verwöhnen. Dobrze.

Joachim Reinhard „Achim“ Hagemann
(* 8.August 1965 in Recklinghausen) ist
Komponist und Musiker. Er wurde vor
allem durch seine gemeinsamen Auftritte
mit Hape Kerkeling bekannt. Hagemann
lebt und arbeitet in Berlin.

Jens Oliver Reuß (*30. März 1964 in Bad
Godesberg) ist freier Journalist, Online-
Redakteur und Autor für Film & TV. Lebt
seit 30 Jahren mit dem gleichen Partner in
Berlin, und fährt nur zum Zigaretten holen
nach Polen.

 

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