Direkt zum Inhalt
Harris für Homosexuelle
Foto: IMAGO / ZUMA Wire
ANZEIGE

Harris für Homosexuelle USA wollen mehr gegen Extremismus und Hass in Afrika tun.

ms - 29.03.2023 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Mit klaren Worten hat sich die US-Vizepräsidentin Kamala Harris jetzt im Rahmen ihrer Afrikareise auch gegen das neue Gesetzesvorhaben in Uganda gestellt, dass Homosexualität mit lebenslanger Haft bis hin zur Todesstrafe verurteilt und auch Menschen strafrechtlich verfolgt, die Schwulen helfen oder sie schlicht nicht den Behörden melden. Das Gesetzesvorhaben wartet in diesen Tagen nur noch auf die finale Unterzeichnung durch den Präsidenten, bevor es in Kraft treten kann – die Chancen, dass genau dies auch passiert, stehen sehr hoch.

Freiheit für alle LGBTI*-Menschen

Harris erklärte weiter während einer Pressekonferenz an der Seite des ghanaischen Präsidenten Nana Akufo-Addo, dass es ihr auch generell ein großes Anliegen ist, die Entwicklung der Rechte von LGBTI*-Menschen in Afrika zu unterstützen. „Ich betrachte dies als ein Menschenrechtsthema, und das wird sich nicht ändern! In meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich intensiv mit Menschenrechts- und Gleichstellungsfragen befasst, auch in Bezug auf die LGBTI*-Community. Es liegt mir sehr am Herzen, die Freiheit zu unterstützen und für die Gleichheit aller Menschen zu kämpfen."

Ghanas Präsident macht erste Zugeständnisse

Damit übt Harris auch direkt Kritik an der schwulenfeindlichen Politik in Ghana selbst, auch hier ist Homosexualität für Männer illegal und wird mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Seit einem guten Jahr laufen Bemühungen im Land, das Gesetz ebenfalls wie in Uganda zu verschärfen, doch mit Blick auf Vizepräsidentin Harris erklärte Ghanas Präsident Akufo-Addo jetzt, dass dieses neue Anti-Homosexuellen-Gesetz zwar derzeit den Weg durch das Parlament finde, aber am Ende nicht verabschiedet werden würde. „Am Ende des Prozesses werde ich mich einschalten, aber in der Zwischenzeit befasst sich das Parlament damit.“

Vielfältige Interessen der USA

Vizepräsidentin Harris erklärte zu Beginn ihrer siebentägigen Reise in dem westafrikanischen Land zudem, dass die USA auch neue Partnerschaften festigen wollten. Mit rund 100 Millionen US-Dollar will die USA auch einen Fond aufbauen, der sich gegen Extremismus in der Region einsetzt. Nach ihrer Reise durch Ghana wird Harris nach Tansania und Sambia besuchen.

Ende des Jahres will auch US-Präsident Joe Biden selbst das Land bereisen. Die USA wollen damit offen für eine stärkere Zusammenarbeit mit Afrika werben, die Motive dafür sind nach Einschätzung von US-Experten vielfältig und reichen von einer stärkeren weltweiten Allianz gegen Russland bis hin zu wirtschaftlichen Interessen wie die jüngst entdeckten massiven Goldvorkommen und weiterer Bodenschätze in Afrika.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Pride trotz Papstbesuch?

Buenos Aires sagt Pride ab

Buenos Aires verbietet öffentliche Veranstaltungen rund um den Papstbesuch, auch den geplanten Pride. Die LGBTIQ+-Community ist empört und protestiert
Ängste von LGBTIQ+-Senioren

Sorge vor Diskriminierung im Alter

Ältere LGBTIQ+-Menschen fürchten Diskriminierung in Pflege und Alter – und die Gefahr, vergessen zu werden, wie eine britische Studie jetzt belegt.
USA holt WM-Titel

Sieg gegen Kanada im Finale

Die US-Frauen gewinnen erstmals seit 16 Jahren die Rollstuhl-Basketball-WM. Drei offen homosexuelle lebende Teammitglieder feiern mit.
Prozessbeginn in Sydney

Doppelmord an schwulem Paar

Prozessauftakt in Australien im Mordfall Jesse Baird und Luke Davies. Der tatverdächtigte Ex-Polizist bestreitet die Vorwürfe.
Mobilmachung in Russland

Ängste nach der Duma-Wahl

Nach der Duma-Wahl wächst in Russland die Sorge vor weiterer Rekrutierung. Gerade auch homosexuelle Männer berichten von besonderem Druck.
Elfjähriger Junge misshandelt

Fünf Jugendliche im Visier

In Italien soll ein Elfjähriger monatelang von fünf Jugendlichen sexuell misshandelt und dabei gefilmt worden sein. Die Ermittlungen laufen.
Hitzlsperger und frühere Angst

Schwierige Jahre vor Coming-Out

Thomas Hitzlsperger blickt auf eine Zeit zurück, in der er seine Homosexualität aus Angst vor den Folgen lange für sich behielt.
Eklat beim CSD Erlangen

Antisemitische Anfeindungen

Beim CSD in Erlangen kam es zu antisemitischen Anfeindungen gegen Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Verein und Politik übt scharfe Kritik.
Angriff auf queeres Zentrum

Unbekannte bedrohen Besucher

Nach einem Angriff auf das queere Zentrum Andersraum in Hannover ermittelt jetzt die Polizei. Die Einrichtung will sich nicht einschüchtern lassen.