Direkt zum Inhalt

Kölnisches Stadtmuseum Liegt Köln auch an der Seine?

Von id - 30.08.2019 - 07:00 Uhr
Blick auf dem Eiffelturm: Karl Hugo Schmölz: Blick auf den Eiffelturm, links das Deutsche Haus, rechts der sowjetische Pavillon // © Archiv Wim Cox
Foto: Blick auf dem Eiffelturm: Karl Hugo Schmölz: Blick auf den Eiffelturm, links das Deutsche Haus, rechts der sowjetische Pavillon // © Archiv Wim Cox
ANZEIGE
Loading audio player...

Paris im Jahr 1937. Die Stadt an der Seine ist Schauplatz der Pariser Weltausstellung. Es ist die Zeit zwei Jahre vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Mittendrin standen sich die beiden monumentalen Pavillons der Sowjetunion und des damaligen Deutschen Reiches gegenüber. War dieses schon eine bewusste Provokation in den Zeiten der bröckelnden Demokratie Europas? Als weltweit einzige Stadt war die Stadt Köln mit einem Restaurant und eigenen Pavillon an ausgesprochen prominenter Stelle zu Füßen des „Deutschen Hauses“, welches von Albert Speer entworfen war, vertreten. Die Leichtigkeit und Offenheit des Kölner Baus kontrastierte deutlich mit der pathetischen Strenge des deutschen Pavillons.

Der damals erst 19-jährige Kölner Karl Hugo Schmölz, später bekannter Architektur- und Werbefotograf, hielt die Weltausstellung in Paris und den Kölner Pavillon in brillanten Aufnahmen fest. Diese bisher unveröffentlichten Aufnahmen sind ein wahrer Fotoschatz und ein Stück Zeitgeschichte, welches nun endlich das Licht der Öffentlichkeit erblickt. In der Ausstellung „Köln an der Seine“ begibt sich diese zurück ins Jahr 1937. Spannend erzählt sie von einer heute fast vergessenen Episode der deutsch-französischen Geschichte, mit Köln im Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese Zeitreise wird durch weitere Teile ergänzt. Gezeigt werden auch die Aktivitäten der deutschen Regimegegner. Und Werke von Kölner Künstlern – darunter des nach Paris geflüchteten Anton Räderscheidt. Sie versuchten, sich dort zu behaupten: zwischen fanatischer Gefolgschaft, geschickter Anpassung, stummem Protest oder offenem Widerstand. Ergänzt wird diese zeitreise durch die Kunstwerke, die Kölner Museen als Leihgaben 1937 nach Paris gaben. Und auch Kölner Unternehmen, die sich dort

opulent zur Schau stellten werden thematisiert. Eine ausgesprochen spannende Ausstellung zur deutsch-französischen Vergangenheit.

24. August bis 15. Dezember – täglich ab 10:00 Uhr (außer montags)
Kölnisches Stadtmuseum – Köln

Anzeige

Auch Interessant

Suche nach Mr. Right

Sängerin Linda Hesse im Interview

Wie angeln wir uns den Traummann? Eine Antwort gibt die Hamburger Komödie „Männerbeschaffungsmaßnahmen“. Schwulissimo traf Sängerin Linda Hesse.
Solidarität mit Ariana Grande

Neubesetzung geplant

Jonathan  Bailey hat seinen Ausstieg beim Musical "Sunday  in  the  Park  with  George" am Barbican Theatre in London bekanntgegeben.
Verleihung in Amsterdam

Starkes Engagement gewürdigt

LGBTIQ+-Aktivistinnen und Aktivisten sind am 5. August auf der WorldPride 2026 in Amsterdam mit den International Pride Awards ausgezeichnet worden.
Kolonialismus verdrängte diese

Binäres Modell neueres Konstrukt

Studie belegt: 150 indigene Kulturen kennen nichtbinäre Geschlechter, also Identitäten jenseits der Kategorien „männlich“ und „weiblich“.
Queer und glamourös

Premiere am 18. September 2026

Die Berliner Drag-Performer Pink Grimm starten in Berlin mit ihrer neuen Show „Shakesqueer: God Save the Queens“.
Mahnmal gegen Verfolgung

Für 9.000 Betroffene

In Ottawa, Kanada wurde nun das erste nationale Denkmal Kanadas zur Ehrung der queeren Community eingeweiht.
Schwuler Kult-Comic-Autor

Zeichen für queere Sichtbarkeit

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht dem Comiczeichner Ralf König den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Horror und sexuelle Begierde

Cannes-Film startet im Kino

Der neue Kinofilm „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ verbindet Horror, Feminismus und queere Selbstreflexion zu einem ungewöhnlichen Experiment.